Ein Lamm lieg auf einer Wiese.
Ellen Hartmann | am

Es ist Lammsaison!

Viele Schäferinnen und Schäfer dürften in den letzten Wochen selten ein Auge zugemacht haben. Denn momentan sind sie völlig damit beschäftigt, ihren Mutterschafen bei der Geburt ihrer kleinen Lämmer zu helfen.

"Größere Herden verursachen derzeit 24-Stunden-Tage", weiß Joachim Rehse. Er ist selbst Schäfer und Vorsitzender des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen. In Bad Bevensen hält Rehse rund 150 Schafe der Rassen Merino und Schwarzkopf. Vergangenes Jahr stellte er sogar den Bundessieger.

Sorgen der Schafhalter

"Das größte Problem ist die Wirtschaftlichkeit", so Rehse. "Das geht nur mit zusätzlichen Einnahmen aus dem Naturschutz oder der Deichpflege." 

Mit welchen Sorgen sich die Schafhalter derzeit auseinandersetzen, weiß auch Mathias Brockob vom Landesschafzuchtverband: "Sollte die extensive Weidewirtschaft durch das Insektenschutzgesetz zum Standard werden, wären die Auswirkungen auf die Schafhalter katastrophal."

Der Wolf bleibt größtes Problem

Besonders der Wolf bereitet Schafhaltern momentan Probleme und stellt sie vor zahlreiche Herausforderungen. "Viele Schäfer haben durch die ständige Angst vor toten oder ausbrechenden Tieren psychische Probleme", sagt Schäfer Rehse. Seine Herde grast im Sommer direkt neben der Bahnstrecke Hannover-Hamburg, an einen Ausbruch der Tiere will er gar nicht erst denken. Zu den Herdenschutzmaßnahmen sagt er: "Die Sicherheitsvorkehrungen wie Zäune gleichen einem Wettrüsten, bis der Wolf wieder gelernt hat, sie zu umgehen." Hobbytierhalter hätten den Kampf gegen das Raubtier bereits aufgegeben, so Mathias Bockob. Jedes Jahr sinke die Zahl der Schafhalter um drei bis vier Prozent.

Momentan sind bei der Niedersächsischen Tierseuchenkasse 195.926 Schafe in 9.605 Beständen gemeldet, 2018 waren es noch 233.685 Tiere.

Mit Material von LPD
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