Ein Wolf im Wald.

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Ellen Hartmann | am

Landvolk: "Endlich kommt beim Wolf Bewegung in die Politik"

Bald sollen nicht mehr ehrenamtliche Wolfsberaterinnen und Wolfsberater Rissbegutachtungen durchführen, sondern die Landwirtschaftskammer (LWK). Diese Entscheidung des niedersächsischen Umweltministeriums begrüßt auch das Landvolk Niedersachsen.

"Endlich kommt bei dem für Niedersachsens Weidetierhaltern so wichtigem Thema Wolf Bewegung in die Politik", freut sich Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks Niedersachen. Ehlers begrüßt die Entscheidung des Umweltministeriums, dass künftig die LWK für Rissbegutachtungen zuständig sein soll und dass im Landtag derzeit wieder darüber diskutiert wird, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll. "Das sind zwei wichtige Schritte für unsere Weidetierhalter", erklärt er. 

Zuständigkeit bei Wolfsrissen ändert sich

Bisher haben ehrenamtliche Wolfsberater Risse durch Wölfe dokumentiert und begutachtet. "Das Umweltministerium plant, diese Aufgabe neu zu organisieren und sie an die Landwirtschaftskammer zu überführen, um eine rechtssichere Beurteilung zu erhalten", erklärt der Landvolk-Vize. Voraussichtlich werde eine Gruppe aus dem LWK-Geschäftsbereich Forstwirtschaft ab Frühjahr 2022 zuständig für die Rissbegutachtungen sein. Die Wolfsberater sollen dann wieder für das Monitoring und die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden. "Das ist eine gute Entscheidung, denn es gab viel Licht und Schatten bei der bisherigen Vorgehensweise mit den Wolfsberatern", weiß Ehlers. "Betroffene Weidetierhalter fühlten sich oftmals nicht ernst genommen:"

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"Die Arbeit der LWK hat sich schon bei der Zaunbauförderung bewährt"

Die Weidetierhalter in Niedersachsen hoffen nun, dass die LWK schnell und objektiv arbeiten werde. "Die Arbeit der LWK hat sich schon bei der Zaunbauförderung bewährt, sodass wir auch bei der Bearbeitung der Rissgutachten guter Hoffnung sind", zeigt sich Jörn Ehlers optimistisch. "Bisher hat diese einfach zu lange gedauert, und den langen Atem haben unsere Weidetierhalter nicht mehr." Ehlers betont weiter, dass er sich über den im niedersächsischen Landtag diskutierten Gesetzesentwurf freue, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen: "Diesen Schritt begrüßen wir ausdrücklich, denn nicht nur Niedersachsens Weidetierhalter, sondern auch die Bevölkerung möchte eine Obergrenze haben, wie unsere repräsentative Umfrage zum Wolf ergeben hatte."

Ein Lichtblick für die Weidetierhaltung

Laut dem Landwirt sei der günstige Erhaltungszustand mit der hohen Reproduktionszahl der Raubtiere erreicht. Würde der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, sei dies nicht nur für die Weidetierhaltung von Vorteil, sondern auch für den Arten- und Naturschutz. "Zwar muss weiterhin eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung vorliegen, aber die Jagdbehörde kann dann durch Verfügung für einen oder mehrere Jagdbezirke eine Jagdzeit für die Erlegung eines oder mehrerer Wölfe festlegen", meint Ehlers. "Das wäre ein Lichtblick für Niedersachsens Weidetierhalter."

Mit Material von LPD
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