Mauseloch einer Feldmaus im Grünland
Anne-Maria Revermann | am

Landwirte beklagen Feldmausplage in Niedersachsen (aktualisiert)

Feldmäuse fressen Wiesen und Weiden in Niedersachsen kahl – 150.000 Hektar sind betroffen. Für Milchkühe wird das Futter knapp.

Das Landvolk Niedersachsen spricht von einer Feldmausplage. Unterirdisch wühlende Feldmäuse haben sich so stark vermehrt, dass sie auf den betroffenen Flächen einen Totalschaden verursachen. Die Nager fressen das Gras und auch Wurzeln ab, die Pflanzen gehen dann bei trockenem Wetter sofort ein.

Ursache für die Mäuseplage sind die trockenen Jahre und der milde Winter, die in vielen niedersächsischen Regionen eine Massenvermehrung von Feldmäusen verursacht haben.

Nach Umfragen des Landvolk-Pressedienstes sind in Niedersachsen bis zu 150.000 Hektar Wiesen und Weiden betroffen. Allein im Kreis Leer sind nach Behördenangaben rund 12.000 Hektar von Mäusen derart kahlgefressen, dass dort keine Gras mehr wachse. Betroffen seien insbesondere Flächen im Rheiderland, aber auch in Moormerland und Jümme.

Landrat Matthias Groote habe bereits mit Umweltminister Olaf Lies gesprochen. Der Minister wolle sich am 31. Januar in Hannover mit Vertretern des Landvolks und der Landwirtschaftskammer treffen, um über das Problem zu beraten. Groote setzte sich für eine Unterstüztung der betroffenen Landwirte ein.

Tierhalter fürchten um Futtervorräte

„Für reine Grünlandbetriebe ist das eine echte Katastrophe“, schildert Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender im Grünlandausschuss des Landvolkes Niedersachsen. "Für einige Betriebe haben die Mäuseschäden ein Ausmaß angenommen, das ihre Existenz akut bedroht."

Auf jeder zweiten Wiese oder Weide befinden sich demnach Tausende von Mäusen. „Auf diesen Weiden wächst einfach kein Futter mehr, die Landwirte können dort im Frühjahr kein Gras für den kommenden Winter ernten, sie können auch ihre Kühe nicht auf die Weide schicken“, schildert Padeken.

Für die betroffenen Tierhalter ist das katastrophal, da die Futtervorräte für die aktuelle Winterfütterung nach zwei Trockenjahren schon jetzt kaum noch ausreichen.
 

Besonders betroffen: Reine Grünlandbetriebe

Feldmaus

Besonders betroffen von der Feldmausplage sind reine Grünlandbetriebe, die keinen Mais als Alternative anbauen können. Die Tierhalter müssen im Zweifel ihre Tierbestände reduzieren, da die Futterbasis jetzt zur Neige geht.

Nach den wirtschaftlich schwierigen Jahren mit Nässe im Jahr 2017 sowie Trockenheit in den Jahren 2018 und 2019 sind die Milchbauern in vielen Gebieten nun im vierten Jahr von unvorhersehbaren Problemen betroffen.

Mäuseplage bedeutet finanzielle Einbußen

Mit einer Bodenbearbeitung der zerstörten Grasnarbe lassen sich die Tierzahlen deutlich eindämmen. Mit Neuansaaten müssen die Landwirte dann zum Vegetationsbeginn ihre Wiesen und Weiden für das Frühjahr wiederherrichten, damit sie dort überhaupt noch die Chance auf eine Futternutzung ab Jahresmitte haben.

Damit verbunden ist ein erheblicher finanzieller Aufwand. Zuletzt war eine solche Massenvermehrung von Mäusen in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beobachtet worden.

Natürliche Feinde der Maus fördern

"Wichtig sind jetzt Maßnahmen, die die natürliche Jagd auf Feldmäuse durch Greifvögel oder Füchse zu fördern", sagte dazu Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. "Dazu gehört auch darüber nachzudenken, in bestimmten Gebieten vorerst keine Füchse mehr zu jagen."

Die Grünen-Fraktion habe für die nächste Sitzung des Agrarausschusses eine Unterrichtung über mögliche Lösungsansätze beantragt. Für die hohe Zahl von Feldmäusen machte auch Staudte die Trockenheit und die milden Wintertemperaturen aufgrund des Klimawandels verantwortlich.

 

Mit Material von LPD, dpa

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