Deiche in Niedersachsen, Krummhörn

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Christel Grommel | am

Lies warnt vor Folgen des Klimawandels in Niedersachsen

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels zum Handeln beim Klimaschutz aufgerufen.

Wenn die Herausforderungen des Klimawandels nicht angegangen würden, hätte das noch viel drastischere Folgen, sagte Lies am Dienstag in Aurich bei der Vorstellung des NLWKN-Jahresberichts. "Wir reden über Folgen, die eine Generation, die heute schon da ist, erleben wird."

Anne Rickmeyer, Direktorin des NLWKN, betonte: "Viele unserer Projekte und Vorhaben schützen das Land vor den Folgen der aktuellen und erwarteten zukünftigen Klimaveränderungen."

Lies stellte zusammen mit Rickmeyer die Schwerpunkte vor. 

Hochwasser - Deiche werden erhöht

Der Küstenschutz in Niedersachsen sei eine Daueraufgabe, hieß es in der Pressemitteilung des NLWKN. Sie erfordere eine gemeinsame Kraftanstrengung des Landes Niedersachsen und der 22 Deichverbände. 

Um sich für einen steigenden Meeresspiegel und höhere Sturmflutscheitel zu wappnen, plant der NLWKN langfristig eine Erhöhung der Deiche an der Nordseeküste. Das sogenannte Vorsorgemaß, quasi der Sicherheitsaufschlag auf den Deichen, soll von derzeit 50 Zentimetern auf einen Meter aufgestockt werden. Die Erhöhung soll für die nächsten 100 Jahre ausreichend Sicherheit und Reaktionszeit für Anpassungen geben. Neue Deiche sollen so gebaut werden, dass sie bei Bedarf noch mal um einen Meter erhöht werden können. 

Für die Wasserwirtschaft wird der Klimawandel laut Einschätzung des NLWKN massive Folgen haben. Daher werden einem Forschungsprojekt bereits jetzt die zukünftigen Entwicklungen der Hochwasserverhältnisse sowie der Grundwasserstände untersucht, um dafür Handlungskonzepte abzuleiten. 

Wassermanagement

Eine zentrale Rolle werde künftig auch das Wassermanagement spielen. Damit solle der Trockenheit in den häufigeren heißen Sommern zu begegnen, sagte Lies.

Bisher sei alles auf Entwässerung ausgerichtet. Überflüssiges Wasser, etwa nach Starkregen, werde derzeit noch in die Nordsee abgeleitet. Nun gehe es darum, Wasser im Grundwasser für Trockenzeiten zu speichern. "Wir haben nicht zu wenig Wasser. Aber wir haben ein Verteilungsproblem", so der Umweltminister.

Moore in Niedersachsen - Wiedervernässung

38 Prozent der deutschen Moorfläche liegen in Niedersachsen. Damit ist Niedersachsen Deutschlands Moorland Nr. 1. Die Hochmoore in Niedersachsen machen zwei Drittel aller bundesdeutschen Hochmoore aus. Viele sind durch landwirtschaftliche Nutzung und Torfabbau stark entwässert worden, etwa 10,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente entweichen aus den Moorflächen.

Die Moore wieder zu vernässen beziehungsweise zu optimieren, ist daher eine der vordringlichen Aufgaben des NLWKN. Zu den aktuellen Moorentwicklungsprojekten des NLWKN gehören u. a. die Hannoversche Moorgeest im Norden von Hannover und das KliMo-Projekt ("Klimaschutz durch Moorentwicklung") in der Südheide.

"Die Moore werden eine ganz wesentliche Rolle beim Klimaschutz und auch beim Naturschutz spielen", so Lies. 

Emssperrwerk

An der Ems arbeitet der NLWKN am zentralen Ziel des Masterplans: eine Lösung des Schlickproblems unter Wahrung der wirtschaftlichen Interessen. Dies soll unter anderem mithilfe des Emssperrwerks über eine flexible Steuerung der in den Fluss hineinwirkenden Tiden der Nordsee erreicht werden.

Dabei werden die Tore des Sperrwerks zeitweise geschlossen, damit der stark einlaufende Flutstrom abgeschwächt und wieder in ein Gleichgewicht zum Ebbstrom gebracht werden kann. Im Sommer 2020 lief dazu ein achtwöchiger Test mit dem Ziel, verschiedene Torsteuerungsvarianten mit dem Sperrwerk zu erproben sowie praktische Erkenntnisse über Auswirkungen der flexiblen Tidesteuerung zu gewinnen.

Es hat sich gezeigt, dass das Emssperrwerk statisch und technisch in der Lage ist, beide Steuerungsvarianten zu bewältigen. Der Test habe gezeigt, dass sich der Sauerstoffgehalt im Wasser verbessert habe. Weniger Schwebstoffe hätten das Wasser zudem etwas klarer gemacht.

Mit Material von NLWKN, dpa, NDR

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