Ein Traktor mit Striegel auf einem Maisacker.

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Werner Raupert | am

LSV Ökomais Niedersachsen: Zu frühe Saaten gefährden den Erfolg

Ökomais ist eine anspruchsvolle Kultur. Hier wichtige Tipps aus dem Landessortenversuch der LWK Niedersachsen.

Die ungewöhnliche Trockenheit mit großer Hitze hat auch dem Ökomais in diesem Sommer stark zugesetzt. Aus diesen Gründen gab es in diesem Jahr auch in den Landessortenversuchen leider witterungsbedingte Ausfälle. Letztlich waren nur die Standorte aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auswertbar. Die Daten aus dem hessischen Versuch liegen noch nicht vor.

Zu den großen Problemen im Anbau von Ökomais zählen der Vogel- und Drahtwurmfraß. Sehr große Aufmerksamkeit verlangt zudem die mechanische Beikrautregulierung. In diesem Frühjahr lagen dafür aufgrund der trockenen Wetterbedingungen überwiegend ideale Bedingungen vor. So konnten in der Praxis vielfach gute Regulierungserfolge erzielt werden.

Deutlicher Kälteeinbruch schlecht für Mais

Für einige Betriebe, die den Mais etwa Anfang Mai gelegt hatten, traten allerdings ganz andere Probleme auf. Von Anfang bis etwa Mitte Mai (bis zum Ende der Eisheiligen) kam es zu einem deutlichen Kälteeinbruch. Das führte zu einem verlangsamten Keimprozess und im weiteren Verlauf zu einem deutlich verzögerten Aufgang, bis hin zu starken Pflanzenausfällen, die auch Umbrüche erforderten.

Anfänglich wurde das auf mangelnde Saatgutqualitäten zurückgeführt. Bei genauerer Betrachtung bestätigte sich aber vielfach der Befall mit Sekundärschädlingen. In erster Linie handelte es sich um die Larven der Saat- oder Wurzelfliege:

  • Sie ernährt sich von Pflanzenrückständen, bevorzugt aber auch keimende Samen.
  • Das Insekt bohrt sich in die Körner.
  • Ungünstige Keimbedingungen wie Kälte fördern den Befall an Maiskörnern.
  • Frisch gepflügte Flächen, Stallmistdüngung im Frühjahr, oder Flächen nach Kleegras- oder Zwischenfruchtumbruch werden zudem von der Fliege bevorzugt für die Eiablage ausgewählt.

Vereinzelt führte auch Drahtwurmbefall zu deutlich sichtbaren Schäden. Flankierend lockten diese tierischen Schaderreger im Boden auch Krähen auf die Maisflächen. Auf der Suche nach „tierischem Eiweiß“ fanden sie reichlich Nahrung, zerstörten dabei aber teilweise in größerem Umfang auch die jungen Maispflanzen.

Zügige Jugendentwicklung wichtig bei Mais

Unter ökologischen Anbaubedingungen ist es daher wichtig, dass der Mais schnell aufläuft und eine zügige Jugendentwicklung durchläuft. So ist er widerstandsfähiger gegenüber Auflaufkrankheiten (Fusarien, Phytium sp., Rhizoctonia), Sekundärschädlingen und der Beikrautkonkurrenz.

Aussaaten in warme Böden und eine anhaltend warme Witterungsphase sind elementar. Zu frühe Aussaaten bringen selten Vorteile.

Ertragsstabilität, Futterqualitäten, Frohwüchsigkeit und Blattstellung sind die wesentlichen Auswahlkriterien. In der Tabelle unten haben wir die LSV-Ergebnisse aus Niedersachsen für den Silomais zusammengefasst.

Tabelle und Grafik zum Download

Ökosilomais: Sortenprüfungen Niedersachsen
Ökosilomais: Massenbildung und Blattstellung

Anbau von Öko-Körnermais ausgeweitet

  • Öko-Körnermais ist eine gefragte Komponente im Biokraftfutter.
  • Bio-Marktfruchtbetriebe haben in den letzten Jahren deshalb den Anbau von Öko-Körnermais ausgedehnt. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Ertragspotenzial vom Öko-Körnermais.
  • Erträge über 80 dt/ha sind unter Praxisbedingungen keine Seltenheit. Dadurch konnten in den letzten Jahren stabile Deckungsbeiträge erzielt werden.
  • Durch die zunehmende Anzahl an Neuumstellern wurde der Öko-Körnermaisanbau weiter ausgedehnt. Das führte dazu, dass die Erzeugerpreise gegenwärtig unter Druck geraten sind. Die Vermarktung sollte deshalb stärker im Blick behalten werden.

Engere Sortenauswahl Öko-Körnermais

    Der niedersächsische Öko-Prüfstandort für Körnermais in Wehnen-Ofen (OL) ist in diesem Jahr aufgrund von Krähen- und Drahtwurmfraß leider ausgefallen. Deshalb können nur auf Grundlage der mehrjährigen Ergebnisse der Vorjahre Sortenempfehlung gegeben werden.

    Wichtige Parameter für die Sortenwahl sind eine sichere Abreife, Ertragsstabilität, Frohwüchsigkeit, Blattstellung und Standfestigkeit. In die engere Auswahl gehören:

    • P 7500 (K 210),
    • Colisee (K 220),
    • Kwinns (K 220),
    • KWS Stabil (K 200),
    • Farmezzo (K 220),
    • Farmfire (K 230),
    • Benedictio KWS (K 230) und
    • ES Eurojet (K 210).

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & FORST 51/19.

    Mit Material von Markus Mücke, Florian Rohlfing, LWK Niedersachsen

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