Mann bei der LWK sitzt an Schreibtisch
Maren Diersing-Espenhorst | am

LWK: Wie werden Landwirte in Corona-Zeiten beraten?

Wie funktioniert die Beratung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in der Coronakrise? Das fragte die LAND & FORST Ruth Beverborg, Leiterin des Sachgebiets Unternehmen, Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung.

Während der Einschränkungen, die aufgrund des Coronavirus notwendig sind, läuft im Alltag einiges anders. 

So auch zwangsläufig bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), die Lösungen gefunden hat, um weiter gute Beratung leisten zu können. 

Wie funktioniert die Beratung zur Agrarförderung?

Die GAP-Förderungsberatung läuft seit Beginn der Antragsphase am 17. März bei uns telefonisch, mit Unterstützung von Mail, Post und einer digitalen Fernwartung. Fernwartung heißt, dass wir uns nach Absprache mit dem Kunden auf dessen Computer schalten können, um mit ihm gemeinsam beziehungsweise vor seinen Augen am Antrag zu arbeiten.

Wie wird die digitale GAP-Beratung angenommen?

Sehr gut. Die Landwirte sind dankbar, dass die Berater trotz der vielen Beschränkungen durch die Pandemie zu den gewohnten Zeiten für sie da sind. Mittlerweile haben wir bereits etwa die Hälfte der 14.000 Anträge, die wir bearbeiten, fertiggestellt.

Wie haben Sie die Berater auf diese Art der Kommunikation vorbereitet?

Sie haben sich vor Beginn der Antragsphase intensiv auf die Neuerungen im Antragsprogramm ANDI-Web vorbereitet, unter anderem in Webinaren unseres Geschäftsbereiches Förderung und bei internen Dienstbesprechungen, die als Telefonkonferenzen liefen. Die neuartige Beratung haben wir dann am 17. März proaktiv gestartet.

Zunächst wurden die einfacheren Anträge vorgezogen, um Erfahrungen mit der telefonischen Antragsberatung zu sammeln. Die Beratungstermine wurden festgelegt, Antragsunterlagen des Vorjahres mit Schlagskizzen zur Vorbereitung der Beratung per Mail zugeschickt. Alternativ können Antragsteller per Fernwartung die Bearbeitung des Antrages durch den Berater in ihrem Betriebsbüro am Bildschirm verfolgen, und im telefonischen Austausch wird der Antrag gemeinsam erstellt.

Welche Themen werden in der betriebswirtschaftlichen Beratung derzeit besonders nachgefragt?

Neben der GAP-Förderungsberatung, die bis zum 15. Mai bearbeitet sein muss, gibt es zurzeit viele Anfragen zu den finanziellen Corona-Hilfen, also etwa zur Corona-Soforthilfe, zu KfW- und Rentenbankdarlehen sowie zu Bürgschaften. Weiterhin beschäftigen wir uns mit zahlreichen Anfragen zu Saisonarbeitskräften und zum Arbeitsschutz infolge der Coronakrise.

Glauben Sie, dass nach der Pandemie an der digitalen Art der Beratung festgehalten wird?

Viele Landwirte haben sich positiv zu dieser Art der Beratung geäußert. Landwirte und Berater waren anfangs skeptisch – und wurden beiderseits positiv überrascht.

Allerdings können komplexere Anträge sowie auch anspruchsvollere Beratungsnachfragen nicht ausschließlich digital bearbeitet werden. Der persönliche Kontakt zu den Menschen auf den Höfen und die Inaugenscheinnahme des landwirtschaftlichen Unternehmens sind bei anspruchsvolleren Beratungsthemen, wie Unternehmensanalysen und -planungen, unverzichtbar.

Wie wird zukünftig mit Veranstaltungen umgegangen?

Die Kollegen unseres Sachgebiets Weiterbildung haben bereits kurz vor der Corona-Krise die technischen Voraussetzungen für die Durchführung von Webinaren geschaffen, was uns jetzt die kurzfristige Ausweitung unserer Webinar-Tätigkeit erlaubt.

Präsenzveranstaltungen nun generell zu Webinaren „umzustricken“ ist laut unserer Weiterbildungsfachleute derzeit nicht geplant und bei vielen Themen auch nicht sinnvoll. In Bereichen, wo es um klar umrissene Inhalte geht, wie etwa bei der Umsetzung von Rechtsnormen oder aktuell der Antragstellung, prüfen wir derzeit die Möglichkeiten, Webinare statt Präsenzveranstaltungen durchzuführen.

In Bereichen, in denen es um klar umrissene Inhalte geht, wie etwa bei der Umsetzung von Rechtsnormen oder aktuell der Antragsstellung, prüfen wir derzeit die Möglichkeiten, Webinare statt Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Zusätzlich haben wir auf unserer Website ANDI-Erklärvideos veröffentlicht.

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