Das Landvolk Niedersachsen rät aufgrund erneuter Geflügelpest-Ausbrüche zu Vorsicht in Haltungsbetrieben.
Ellen Hartmann | am

Wieder mehr Ausbrüche der Vogelgrippe in Niedersachsen

Bei Wildvögeln gibt es derzeit wieder Ausbrüche der Vogelgrippe. Aus diesem Grund rät das Landvolk Niedersachsen in Haltungsbetrieben zu erhöhter Vorsicht.

"Schon im zurück liegenden Winterhalbjahr hat den Betrieben und auch den Hobbyhaltern von Hühnern und Puten das Virus sehr zu schaffen gemacht", so Georg Meiners, Vorsitzender im Tierseuchenausschuss des Landvolks Niedersachsen. "Die Lage war schlimm. Hoffentlich wiederholt sich das nicht." Der Landwirt aus dem Emsland rät seinen Berufskolleginnen und Berufskollegen daher, vorsichtig zu sein. 

Vogelgrippe: Wildvögel sind oft Virusträger

Bei Nutzgeflügel können die hochpathogenen aviären Influenzaviren (also unter anderem Vogelgrippe-Virus H5N8) zu hohen Tierverlusten führen. Allerdings wird nur die Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren als Geflügelpest bezeichnet. Man unterscheidet nämlich zwischen einer niedrig- und einer hochpathogenen Form. Dabei wird Wildgeflügel als Reservoir des Virus angesehen. Wildvögel sind oft Virusträger, erkranken jedoch nicht selbst. 

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Veterinärämter dürfen Aufstallpflicht anordnen

In Deutschland gab es jetzt erneut erste Fälle in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Niedersachsen gab es Ausbrüche in den Landkreisen Aurich und Harburg. Im Landkreis Harburg wurde daher teilweise eine Aufstallpflicht angeordnet. Hier müssen geflügelhaltende Betriebe Maßnahmen zur Biosicherheit einhalten. Wenn die Vogelgrippe bei Wildvögeln nachgewiesen wird, sind die Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte befugt ein Aufstallgebot für Hausgeflügel auszusprechen. Ist dies geschehen, darf Hausgeflügel keinen Auslauf mehr ins Freigelände bekommen, was allerdings gerade für Mobilställe und Freilandhaltung schwierig ist. 

Gefahr von Einträgen in deutsche Geflügelbetriebe

Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung. Im Anschluss an eine kurze Inkubationszeit ist der Verlauf der Krankheit meiste schnell und endet für die infizierten Tiere oftmals tödlich. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft das Risiko eines erneuten Aufflammens der Geflügelpest in Europa und Deutschland vorhanden und das Risiko des Wiedereintrags weiterer Virusträger als hoch ein. Zusätzlich bewertet das FLI die Gefahr von Einträgen in deutsche Geflügelbetriebe und Vogelbestände in zoologischen Einrichtugen mittels direkter und indirekter Kontakte mit Wildvögeln ebenfalls als hoch. Dennoch geht das FLI von einem mäßigen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Haltungen (Sekundärausbrüche) innerhalb Deutschlands und Europas aus. 

Mit Material von LPD
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