Traktoren mit Schildern bei einem Protest in Hannover
Madeline Düwert | am

Milchindustrie: Proteste sind ohne Wirkung

Unverständlich und verantwortungslos: Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) kritisierte die Blockaden von Lebensmittellagern durch Landwirte scharf.

In einer Pressemitteilung gab der MIV an, dass schlechte Preise nicht dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zuzurechnen sind, denn die Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage. Die Proteste hätten daher keine Auswirkungen auf das Marktgeschehen. „Die Sorge der Milcherzeuger nehmen wir sehr ernst, glauben aber nicht, dass Blockaden vor den Lägern unserer Kunden Sinn machen“, sagte Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des MIV in Berlin.

Der Branchenumsatz sei zu 50 Prozent vom Export gestützt, 20 Prozent kommen aus der weiterverarbeitenden Industrie wie Babynahrung oder Backwaren. Nur ein Teil der deutschen Rohmilch werde für Produkte im deutschen LEH benötigt.

Mit UTP-Richtlinie gegensteuern

Die Politik müsse in der GAP 2020 oder in der Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Allerdings sehe der Verband keinen Grund für die Wiedereinführung einer Milchmengensteuerung. Weiterhin hält es Heuser für sinnvoll, wenn die Kräfte der Milcherzeuger gemeinsam vertreten werden. Bei der Vielzahl kleinerer Agrarorganisationen verliere man den Überblick, wer wen mit welcher Rechtfertigung vertritt, erklärte der Hauptgeschäftsführer. „Das ist gut für die Emotionalisierung der Demonstrierenden, hilft aber in der Sache nicht."

Mit Material von MIV
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