zu warmer Januar für Winterraps
Christel Grommel | am

Mildes Wetter lässt Pflanzen und Schädlinge wachsen

Dieser Winter war der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das begünstigt das Pflanzenwachstum, aber auch das Wachstum von Schädlingen. Die milden Temperaturen bringen noch weitere Probleme mit sich.

Die Pflanzen wachsen gut bei den milden Temperaturen - die Schädlinge allerdings auch. Die Landwirtschaftskammer Oldenburg gibt eine Einschätzung zu den Folgen des warmen Winters ab. 

"Solange es nicht so warm ist, dass der Kältereiz komplett fehlt und das Wachstum der Pflanzen nicht beeinträchtigt ist, kann man mit dem milden Wetter zurechtkommen", sagte Sprecher Ehrecke von der LWK Oldenburg. Es habe über einen ausreichend langen Zeitraum recht niedrige Temperaturen gegeben, so dass der für Pflanzen notwendige Kältereiz gegeben war. 

Schädlinge und Pilze haben gute Bedingungen

Winterraps zeige beispielsweise schon ein gutes Wachstum, die Landwirte rechneten aber bereits mit dem Auftreten von Schädlingen. Pflanzenbau-Experte Lehrke von der LWK erwartet einen stärkeren Pilzbefall im Frühjahr, weil mit ausbleibendem stärkerem Frost im Herbst befallene Blätter nicht mehr absterben würden.

Bei milden Temperaturen könnten sich außerdem Krankheiten wie Mehltau, Rostkrankheiten im Getreide oder Fäulniserkrankungen beim Raps über einen langen Zeitraum ausbreiten. Ideale Wachstumsbedingungen hätten auch Schädlinge wie Blattläuse. 

Rinderhalter sehen Vor- und Nachteile

Der milde Winter sorgt für einen niedrigeren Energieverbrauch in der Freilandhaltung der Rinder. Das führt zu einer effizienteren Verwendung des Futters. Das Futter wachse zwar gut heran, könne aber durch Spätfröste vernichtet oder in der Qualität beeinträchtigt werden, so LWK-Rinderexperte Albers. 

Zudem verringert sich die Population von Feldmäusen oder Ratten nicht, was Futterpflanzen und -reserven schädigen oder vernichten könnte. Tierhalter sehen dies mit Sorge. 

Die Zahl der Insekten wie Fliegen und Mücken geht ebenfalls im milden Winter nicht zurück. Diese können Krankheiten übertragen. 

Niederschlag positiv

Der zuletzt stärker gewordene Regen ist aus Sicht der Landwirte positiv. Dieser gleicht das Wasserdefizit in den Böden aus den beiden trockenen Sommern in 2018 und 2019 etwas aus. 

Kammersprecher Ehrecke gibt allerdings zu bedenken, dass die Niederschläge auch Arbeiten wie die Aussaat des Sommergetreides oder das Düngen beeinträchtigen. 

Mit Material von dpa

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