Na, wie wird das Wetter? Murmeltieren werden Vorhersage-Fähigkeiten nachgesagt.

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Imke Harms | am

Murmeltiertag: Was ein Nager mit der Wettervorhersage zu tun hat

Siebenschläfer, Schwalbe und Kuh: Sie alle haben an verschiedenen Orten auf der Welt eine besondere Aufgabe. Am 2. Februar ist Murmeltiertag.

Die Wettervorhersage ist eine komplexe Sache. In vielen Ländern verlässt man sich aber auch gern auf die Prognosen von Tieren - oder besser gesagt: Es hat sich darum ein Kult entwickelt. Weltweit gibt es verschiedene tierische Wetterboten. Heute, am 2. Februar, ist das Murmeltier dran. Wie die deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, werden diesen possierlichen Tierchen besonders in den USA Vorhersage-Fähigkeiten zugesprochen.

Hinweise auf Temperaturänderungen

Einige Tiere könnten tatsächlich Hinweise darauf geben, wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, so die dpa. Dann passten sie ihr Verhalten an, etwa bei Änderungen der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit. Zu exakten langfristigen Prognosen seien allerdings weder diese noch andere Tiere in der Lage - auch wenn es viele Bauernregeln in Aussicht stellen. Einige dieser Sprichwörter haben sich aber hartnäckig gehalten.

Am 2. Februar ist Murmeltiertag

Im Örtchen Punxsutawney in Pennsylvania richten sich alle Augen am 2. Februar auf Nagetier Phil nach seinem Winterschlaf. Sieht das Murmeltier seinen eigenen Schatten, bleibt es noch sechs Wochen lang Winter, heißt es, wenn nicht, gebe es einen frühen Frühling. In den USA und Kanada wird der traditionelle Murmeltiertag vielerorts gefeiert. Dass Phils Prognosen meistens falsch sind, ist Nebensache.

Der Laubfrosch

Den Spitznamen „Wetterfrosch“ tragen laut dpa-Informationen in Deutschland heute vor allem Meteorologen. Früher ließen sich die Menschen aber von Laubfröschen das Wetter vorhersagen - oder versuchten es zumindest. Wenn es warm ist, klettern Frösche auf der Suche nach Insekten an Pflanzen hoch. Die Tiere wurden deswegen kurzerhand in Einmachgläser mit kleinen Leitern gesteckt. Kraxelte die Amphibienart die Leiter empor, sollte es gutes Wetter geben. Allerdings werden im Mikroklima im Glas äußere Einflüsse ausgeblendet, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Zudem könne ein Frosch nur den Ist-Zustand des Wetters messen. An einem sonnigen Morgen kann ein Frosch kein kräftiges Gewitter am Nachmittag vorhersehen.

Der Braunbär

Als tierischer Wetterprophet wird in Serbien, Rumänien und Ungarn der Braunbär gefeiert. Der Volksglaube ähnelt der Legende um das Murmeltier: Man beobachtet im Februar einen Bären, der aus seiner Höhle kommt. Kehrt dieser zurück in seinen Unterschlupf, soll der Winter noch rund 40 Tage dauern. Jährlich strömen Schaulustige zu den Bärengehegen in die Tierparks Wissenschaftlich belegt sei das Ganze aber nicht, gibt auch ein Zoo in Budapest zu. Man könne genauso gut eine Münze werfen.

Die Kuh

Im Englischen gibt es ein altes, aber immer noch häufig verwendetes Sprichwort, wonach sich alle Kühe auf den Boden legen, bevor es anfängt zu regnen. Laut dem Met Office, dem Wetterdienst des Vereinigten Königreichs, sollten sich die Menschen auf diese Regenvorhersage jedoch nicht verlassen. Als Herdentiere neigen Kühe dazu, das Verhalten der Artgenossen nachzuahmen: Wenn eine liegt, liegen schnell alle. Und im Normalfall liegen Kühe täglich über zwölf Stunden - egal, ob es im Anschluss regnet oder die Sonne scheint.

Die Schwalbe

In China und Japan gibt es eine Menge tierischer Wetterpropheten, allen voran die Schwalbe: „Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen“, heißt es dort, aber auch in Deutschland über die Vögel. Die Bauernregel hat einen wahren Kern: Schwalben fressen gerne Insekten. Diese fliegen laut DWD bei trockenen und warmen Wetter in größeren Höhen, bei kühleren, feuchten und windigen Bedingungen dagegen eher in Bodennähe. Sonnenschein an mehreren Tagen hintereinander gebe es vor allem bei stabilen Hochdruckwetterlagen. Dabei folge oft ein schöner Tag nach dem anderen. Lässt der Hochdruckeinfluss nach, halten sich viele kleinste Organismen und damit auch Schwalben laut DWD in niedrigerer Flughöhe auf. Diese kann also tatsächlich ein Indikator für das Wetter sein. Allerdings flögen Schwalben auch aus anderen Gründen tief. Etwa früh morgens, denn dann gebe es auch bei schönem Wetter kaum Aufwinde.

Der Siebenschläfer

Das Wetter am Siebenschläfertag soll die Wetterlage der sieben folgenden Wochen aufzeigen, heißt es. «„st der Siebenschläfer nass, regnet‘s ohne Unterlass“, heißt es in einem Sprichwort in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum 27. Juni. Was viele nicht wissen: Die Erzählung hat ursprünglich nichts mit dem Nagetier zu tun. Sie bezieht sich auf eine Legende, nach der sieben christliche Brüder wegen ihres Glaubens verfolgt und in einer Höhle eingemauert wurden. Im Englischen wurde der Tag dagegen - unmissverständlich - mit „Seven Sleepers‘ Day“ übersetzt.

Mit Material von dpa
Igel im Laub

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