Stau-auf-A7
Renate Bergmann | am

Niedersachsen: Ferienanfang mit Appell für Rücksicht im Straßenverkehr

In diesem Sommer werden viele Familien aufgrund der Corona-Pandemie den Urlaub in Deutschland oder in den Nachbarländern verbringen. Das wird insbesondere zum Ferienstart auf den niedersächsischen Straßen zu einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen führen.

Vor diesem Hintergrund wendet sich der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, gemeinsam mit dem ADAC, der Landesverkehrswacht und der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. in einem gemeinsamen Appell an die Menschen, um für mehr Rücksicht im Straßenverkehr zu werben.

Ausreichender Mindestabstand gilt auch im Straßenverkehr

Pistorius: "Gerade in dieser Zeit möchten wir gemeinsam an alle Verkehrsteilnehmenden appellieren: Fahren Sie vorsichtig, nehmen Sie sich Zeit und gönnen Sie sich die nötige Ruhe, um entspannt in den Urlaub zu starten. Im Straßenverkehr gilt das Gebot besonderer Rücksichtnahme gegenüber allen anderen. Im Straßenverkehr gelten die gleichen Regeln wie aktuell im Alltag: Abstand halten, Geduld haben und Ruhe bewahren. Toleranz und Nachsicht gehören auch im Straßenverkehr einfach immer dazu."

Es wird voll auf den Straßen

Stau auf der Autobahn

Christine Rettig, ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. betont: „Das Auto ist in diesem Jahr das beliebteste Verkehrsmittel für den Weg in den Urlaub, entsprechend voll wird es auf den Straßen. Darum sind Fairness und Rücksichtnahme besonders wichtig: Mit Verständnis, Ruhe - und auch einem Lächeln - unterwegs zu sein, hilft jetzt gerade besonders."

Ausgestattet mit einem Fahrradgepäckträger am Auto, werden Urlauber auch vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs sein.  

Verkehrssicherheit macht keinen Urlaub

Ein Fahrrad ist auf einem neuen, roten Radweg

Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen dazu: „Verkehrssicherheit macht keinen Urlaub. Es gilt, immer und überall auf den Straßenverkehr zu achten, egal wie man selbst unterwegs ist." Die Landesverkehrswacht Niedersachsen setzt sich in diesem Zusammenhang seit Jahren für das freiwillige Tragen von Fahrradhelmen ein.

Rettungskräfte weiterhin besonders gefordert

Hannes Wendler, Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., will sensibilisieren: „Unsere Rettungskräfte sind gefordert. Jeder einzelne, der sich umsichtig im Straßenverkehr bewegt, übernimmt Verantwortung für sich und andere. Eine weitere Bitte liegt mir besonders am Herzen: Schauen Sie nicht weg, wenn jemand gestürzt oder verunfallt ist: Erste Hilfe zu leisten und einen Notruf abzusetzen, gilt immer noch! Und denken Sie an die Rettungsgasse."

Zu den Grundregeln bei Verkehrsunfällen zählen insbesondere:

Unfallstelle absichern

  1. Warnblinkanlage einschalten
  2. Positionierung des eigenen Fahrzeugs bedenken
  3. Räder in Richtung Straßenrand einschlagen
  4. Bei Dunkelheit Fahrzeugbeleuchtung eingeschaltet lassen
  5. Fließenden Verkehr und mögliche Fluchtwege beachten
  6. Warnweste oder Warnjacke anlegen
  7. Vom Verkehr abgewandt aussteigen
  8. Ein geöffneter Kofferraum signalisiert: „Hab Acht!"
  9. Aufenthalt in unmittelbarer Nähe der Fahrzeuge vermeiden - alle Personen an den Straßenrand/hinter die Schutzplanke bringen, Eigenschutz bedenken
  10. Warndreieck und möglichst Faltkegel und Warnleuchte aufstellen (50 m innerorts, 100 m auf Landstraßen, 150 - 200 m auf Autobahnen), wenn möglich mit aufgeklapptem Warndreieck vor der Brust dem Verkehr entgegengehen
  11. Warndreiecke vor Kurven und Kuppen aufstellen
  12. Wenn möglich neben, nicht zwischen den Fahrzeugen bewegen

Helfen und Retten

  1. Verunfallte Personen ansprechen; wenn möglich, Personen aus dem verunfallten Fahrzeug hinter der Schutzplanke/am Straßenrand in Sicherheit bringen
  2. Bei Verletzten den Rettungsdienst (112), ansonsten die Polizei (110) benachrichtigen. Europaweiter Notruf ist die 112
  3. Auf W-Fragen konzentrieren:
  4. Wo ist es passiert? Was ist passiert?
  5. Wie viele Verletzte? Welche Art von Verletzungen?
  6. Wer meldet den Unfall?
  7. Wichtig: Nicht auflegen, auf Rückfragen warten!
  8. Verletzte versorgen
  9. Keinesfalls im Auto auf die Hilfskräfte warten
Mit Material von Nds. Ministerium für Inneres und Sport

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Klöckner fordert bessere Tierhaltung
  • Betrieb: Initiative Tierwohl - Anmeldung für die dritte Runde
  • Technik: Gut abwägen - Gründe für den Traktorkauf
  • Tierhaltung: Vorgaben für den Sauen-Deckstall
  • Pflanzenbau: Silphieanbau als Biotopvernetzung
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