Waldschaden kaputte Fichten
Christel Grommel | am

Niedersachsen fördert Wiederaufforstung

Stürme, Trockenheit und Hitze haben auch im niedersächsischen Kommunalwald katastrophale Schäden verursacht. Otte-Kinast machte sich ein Bild vor Ort.

Im Stadtforst Osterode sind in nur drei Jahren kahle oder abgestorbene Waldflächen von etwa 500 Hektar bei einer Gesamtfläche von rund 1.200 Hektar entstanden. Im Stadtwald Hann. Münden – mit rund 2.700 Hektar der zweitgrößte Kommunalwald in Niedersachsen – sind rund 700 Hektar baumfrei und weitere Flächen aller Baumarten sehr stark geschädigt.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast zeigt sich betroffen: "Die Bilder sind erschreckend. Es wird Jahrzehnte dauern, bis sich die Wälder wieder erholt haben." 

Für die Kommunen ist die Situation sehr schwierig. Die Forstbetriebe erzielten vormals oft Gewinn, jetzt sind sie nach mehreren Jahren mit Stürmen, Dürre und Hitze eine weitere Belastung für die kommunalen Kassen.

Otte-Kinast machte Mut: "Deshalb hilft das Land mit zielgerichteten Fördermöglichkeiten. Es stimmt mich optimistisch, dass in dieser schwierigen Situation alle die Ärmel hochkrempeln, um gemeinsam die beschädigten Flächen wieder aufzuforsten."

32 Millionen für die Förderung in 2020

Die forstliche Förderung des Landes erfolgt vor allem über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Besitzartenübergreifend stehen für die forstliche Förderung in Niedersachsen in diesem Jahr rund 32 Millionen Euro zur Verfügung. Die Waldbau-Richtlinie fördert Waldumbau, Erstaufforstung, Wegebau und Holzlagerplätze.

Der Fördersatz beträgt bis zu 80 Prozent der Kosten. Das Land bietet seit 2019 eine "Extremwetterfolgen-Richtlinie" an, die neben dem Waldschutz, der Wiederaufforstung und Holzlagerplätzen auch die zugehörige forstfachliche Leitung und Koordination von Fördervorhaben durch den betreuenden Förster oder Dienstleister beinhaltet. Hier werden 90 Prozent der Kosten gefördert. 

Die Fördermittel werden dringend gebraucht und seitens der betroffenen Waldbesitzer sehr stark nachgefragt. 

Im gesamten Nichtstaatswald wurden allein im Jahr 2020 bereits 43,5 Millionen Euro beantragt. Bisher sind 31,8 Millionen Euro bewilligt worden. Die Abrechnung und Auszahlung der Fördermaßnahmen nimmt jetzt besonders Fahrt auf, da die Waldschutz-Maßnahmen – wie zum Beispiel die Aufarbeitungshilfe beim Nadelholz – zusehends abgeschlossen werden. Die Wiederaufforstung der entstandenen Freiflächen bildet vom vierten Quartal bis ins Frühjahr 2021 den Schwerpunkt der Fördermaßnahmen.

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