Gelbes Ortsschild mit Zeichen Radioaktivität
Christel Grommel | am

Niedersachsen will eigenes Gutachten für Endlagersuche

Das Land will untersuchen lassen, ob tatsächlich große Teile Niedersachsens als Standort für ein Atommüll-Endlager geeignet sind.

Das Umweltministerium will dazu ein Gutachten beauftragen. Umweltminister Olaf Lies sagte zwar, dass Niedersachsen weiter hinter dem Auswahlprozess stehe. Er sehe sich aber in der Verantwortung, zu hinterfragen, ob wirklich große Teile des Landes für ein Endlager geeignet sind.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ist mit der Endlagersuche beauftragt. Die BGE hatte im Vorauswahlprozess tertiäres Tongestein als potenzielles Wirtsgestein identifiziert. Laut Lies befindet sich dieses Gestein unter 60 Prozent der Landesfläche Niedersachsens.

Sind tatsächlich 60 % Niedersachsens als Endlager geeignet?

Lies fehlt es an einer Differenzierung: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Voraussetzungen für ein Endlager unter der gesamten Fläche gleich gut sind", sagte Lies gegenüber der Osnabrücker Zeitung. 

Das Gutachten soll diesen Sachverhalt nun klären. Das Land werde der BGE, aber auch anderen Bundesländern die Ergebnisse zur Verfügung stellen, kündigte Lies an.

Bis 2031 soll in Deutschland ein Standort für den hoch radioaktiven Atommüll gefunden sein. Tief unter der Erde vergraben, soll dieser in Ton-, Salz- oder Granitgestein für eine Million Jahre sicher gelagert werden. Das Endlager soll 2050 in Betrieb gehen.

Lager in Leese soll 2030 schließen

Im Zwischenlager Leese im Landkreis Nienburg sollen ab 2030 keine Fässer mit Atommüll mehr stehen. 

Der schwach radioaktive Müll solle weiter nach Jülich gebracht und dort auf die Lagerung im künftigen Endlager Schacht Konrad vorbereitet werden, so Lies. Den Angaben zufolge wurde im vergangenen Herbst begonnen, die Fässer nach Jülich abzutransportieren. Insgesamt handelt es sich laut Umweltministerium um 1.484 Fässer. Sie werden dort in spezielle Container verpackt.

Die Fässer stammen aus der früheren Landessammelstelle Steyerberg und enthalten schwach strahlenden Abfall aus Medizin, Forschung und Technik. 

Mit Material von NDR
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