Edelstahltanks Biogasanlage (Symbolbild)

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Andrea Borsat | am

Niedersachsen: XXL- Biogasanlage steht kurz vor dem Start

Am Küstenkanal zwischen Friesoythe und der Saterland entsteht eine der größten Biogasanlagen Europas. Im Herbst wird gestartet.

„Der Bau geht in die finale Phase. Bisher läuft alles nach Plan“, sagt Simon Detscher, dessen Unternehmen revis bioenergy GmbH (Münster) das Werk geplant hat und der als Generalunternehmer für den Bau verantwortlich ist. Insgesamt werden mehr als 40 Gärbehälter im C-Port errichtet. Dazu wird es Technikhallen, Pelletierhallen, Werkstatthallen sowie die Hallen zur Substratlagerung geben. Voraussichtlich im Herbst soll mit der Inbetriebnahme der Anlagen begonnen werden, es ist der erste Bauabschnitts des Millionenprojektes.

Anfang 2025 soll die komplette Biogasanlage betriebsbereit sein

Zwei weitere Bauabschnitte folgen noch. 25 Meter hoch und 25 Meter groß im Durchmesser sind die Behälter, in denen die in der Region anfallenden Wirtschaftsdünger Mist und Gülle zu grüner Energie in Form von flüssigem Gas (LNG) verarbeitet werden sollen. Sie fassen je 10.000 Kubikmeter. Anfang 2025 soll die Anlage betriebsbereit sein.

Biogasanlage

Eine Million Tonnen Mist soll die Biogasanalge jährlich verarbeiten

Wenn die Anlage fertig ist, sollen am Küstenkanal bis zu eine Million Tonnen Mist und Gülle pro Jahr zur Herstellung von grünem Kraftstoff verarbeitet werden. 500.000 Tonnen sollen mit Inbetriebnahme der Anlage bereits ab diesem Herbst jährlich verarbeitet werden. Im Endausbau sollen es bis zu einer Million Tonnen sein - 70 Prozent Mist, 30 Prozent Gülle. Verträge mit einer dreistelligen Zahl an Anlieferern aus einem Umkreis von 50 Kilometern, in Ausnahmefällen bis 100 Kilometern, seien bereits abgeschlossen. Anfallende Gärreste werden getrocknet und gehen zur Verbrennung in ehemalige Kohlekraftwerke und Biomassekraftwerke, wie Detscher erläutert. Das entstehende Abwasser werde in öffentliche Gewässer eingeleitet. Eine Einleiterlaubnis liege vor.

Hier entsteht eine der modernsten Biogasanlagen Europas

Die Biogasanalge ist hochmodern und setzt auf hocheffiziente Abläufe. So kommt eine voll automatisierte ,Fütterung‘ der Anlage mit Wirtschaftsdünger über zwei parallel arbeitende Kräne zum Einsatz, und die Fermenter sind nach unserem Konzept gebaut, um mit reduziertem Energieeinsatz optimale Resultate zu erzielen“, sagt Detscher. Außerdem ist geplant, dass die nordfuel GmbH im Jahr etwa 690 Gigawattstunden (GWh) Biomethan ins Netz einspeist und grünen Kraftstoff CNG/LNG herstellt.

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Proteste begleiten das Giga-Projekt seit Anbeginn

Die Proteste dauern an. Die Kritiker haben Sicherheitsbedenken, Anrainer befürchten Geruchs-, Umwelt- und Verkehrsbelastung. Die Bürgerbewegung Saterland und Umgebung kämpft mit juristischen Mitteln gegen den Bau der Anlage. Zwei Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg laufen, sagt Walter Hußmann von der Bürgerbewegung.

Detscher ist im Rückblick dankbar, dass die Verantwortlichen des C-Ports das Konzept und die Umsetzung des Projektes stets unterstützt haben. Der Austausch mit den zuständigen Behörden bis zur Genehmigung war sehr konstruktiv. An dem Genehmigungsverfahren waren 16 Behörden beteiligt.

Die Biogasanlage soll 60 Arbeitsplätze schaffen

Parallel zum Bau der Anlage kümmert sich Geschäftsführer Jan-Hendrik Friedrichs von der nordfuel GmbH um das benötigte Personal. „Wir werden hier bald etwa 60 Mitarbeitende mit zahlreichen beruflichen Qualifikationen in den Bereichen Anlagenbetrieb, Instandhaltung und Verwaltung im Einsatz haben“, so Friedrichs. Die ersten Kollegen seien bereits „an Bord“.

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Ziel: Lkw-Flotte mit eigenem Bio-Diesel

Für den Aufbau der gesamten Logistik rund um das Werk ist das Unternehmen in Gesprächen mit Spediteuren in der Region. Ziel ist es, dass die Lkw-Flotte, die zum Einsatz kommt, mit selbst hergestelltem klimafreundlichem Gas betankt und gefahren wird. Deshalb soll auf dem 13,5 Hektar großen nordfuel-Areal eine eigene Tankstelle gebaut werden. Die darf aus genehmigungsrechtlichen Gründen nur für uns und unsere Partner nutzbar sein. Friedrichs ist sich sicher, dass „wir in einem Jahr hier ein reibungslos laufendes Werk mit höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards haben“.

Mit Material von noz

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