Jäger im Wald - Niedersachsens Kabinett stimmt überarbeitetem Gesetzentwurf zu
Christel Grommel | am

Niedersächsisches Jagdgesetz: Kabinett stimmt Entwurf zu

Das Niedersächsische Kabinett hat heute (24. August) einem überarbeiteten Gesetzentwurf zur Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes zugestimmt.

Das Gesetz sieht eine Genehmigung von dreijährigen Abschussplänen bei Rot-, Dam- und Muffelwild vor. Bisher gab es einjährige Abschusspläne mit Ausnahme des Rehwildes. Damit können viele Genehmigungen von Abschussplänen und Nachbewilligungen von Abschüssen im laufenden Jagdjahr entfallen.

Der bisher übliche Abschussplan für Rehwild wird außerdem durch einen Abschussplan mit maximal 30-prozentiger Überschreitung ersetzt. So können Jägerinnen und Jäger ohne behördliche Maßregelungen Rehwild entsprechend erlegen. Damit wird die Bejagung des Rehwildes verstärkt in die Verantwortung der Revierinhaber und Grundbesitzer gelegt.

Hintergrund: Bei regional zu hohen Schalenwildbeständen können sich die Wälder auf Grund des Verbisses nicht im benötigten Maße verjüngen. Allein in Niedersachsen müssen jedoch mehr als 50.000 Hektar Schadflächen wieder bewaldet werden. 

Keine Regelung zum Wolf

Das Gesetz stelle weiterhin hohe Anforderungen an den Tierschutz, gab die Landesregierung in einer Pressemitteilung an: Den Sachkundenachweis für die Fangjagdausübung werde es weiterhin geben. Die notwendigen Fertigkeiten würden im Rahmen der Vorbereitung auf die Jägerprüfung nicht umfänglich abgedeckt.

Regelungen zur Aufnahme des Wolfes in das Jagdgesetz sind im Entwurf nicht enthalten. Für die Fraktionen besteht jedoch die Möglichkeit, eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht im Rahmen der parlamentarischen Beratungen einzubringen.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast sieht einen Fortschritt im neuen Gesetz: "Mit dem Gesetz stärken wir den Naturschutz und den Tierschutz und vereinfachen die Verwaltung. Die rechtlichen Vorgaben spiegeln die hohen Anforderungen an die Jägerinnen und Jäger wider. Der Aufbau und der Umbau stabiler Mischwälder soll mit angepassten Schalenwildbeständen unterstützt werden."

Der Gesetzesentwurf soll nun in den Landtag eingebracht werden. Ziel ist eine Verabschiedung des Gesetzes zu Beginn des Jahres 2022, damit die Regelungen mit Beginn des neuen Jagdjahres 2022/2023 am 1. April 2022 in Kraft treten können.

Mit Material von Landesregierung Niedersachsen
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