Nutria im Wasser
Janina Schuster | am

Nutria: Landwirte sehen Grundeigentum gefährdet

Vermehrt rückt das Thema des Flächenschutzes in den Fokus. Die Sumpfbiberratte Nutria spielt dabei ebenfalls eine Rolle.

Die Hochwasserkatastrophe im Süden und Westen Deutschlands hat deutlich gemacht, wie unerlässlich Schutz vor extremen Wetterereignissen und deren Folgen ist. Dabei spielen für viele Landwirte auch die Deichpflege und die Sicherung von bewirtschafteten Flächen eine zentrale Rolle. Ein Tier macht es ihnen jedoch schwer die Schutzmaßnahmen nachhaltig umzusetzen. Wühlende Nutria zerstören ganze Deichanlagen und mit Wasser durchzogene Kulturlandschaften. Und es werden immer mehr.

Folgen der Nutria-Bauten teilweise schwer

In Niedersachsen breitet sich die Sumpfbiberratte immer weiter aus und zerstört dort Dämme, Uferböschungen und Gräben. Dabei beschränkt sie sich mit ihren Bauten nicht nur auf freie Flächen, sondern untergräbt angrenzende Äcker und Weideflächen. Dort sind die Konsequenzen oft verheerend. Auf den Wiesen verletzen sich Kühe, Rinder und Pferde schwer, in dem sie in die von Nutria verursachten Löcher einbrechen. Auf den Äckern sacken Traktoren und andere Landmaschinen tief in den durchfurchten Boden sein. „Wenn dann noch extreme Wetterlagen oder Starkregen drohen, wie wir es in Niedersachsen ja auch schon stellenweise erlebt haben, ist das Grundeigentum gefährdet“, sagt Hans-Heinrich Ehlen, Präsident des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN). Viele Grünlandbestände an Fließgewässern seien dann kaum noch zu nutzen, beklagt er.

Ganzjährige Bejagung gefordert

Ehlers fordert daher eine ganzjährige Bejagung von Nutria. Und die Zahl der erlegten Tiere wächst bereits jetzt schon: rund die Hälfte der 88.000 in Deutschland erlegten Nutria wurden in Niedersachsen getötet, so der Deutsche Jagdverband. Das seien rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Am effektivsten sei die Bejagung der dämmerungs- und nachtaktiven Nutria an Wechseln zu landwirtschaftlichen Kulturen.

Landkreise unterstützen Jagd

Um die Verbreitung der sich schnell fortpflanzenden „Silberratten“ einzudämmen, arbeiten auch die Hegeringe regional eng mit Landwirten und Behören zusammen. Auch die Landkreise beteiligen sich an der Bejagung und stellen Fangprämien oder Geld für die Beschaffung von Fallen zur Verfügung. Zwei bis drei Mal im Jahr bringen die Tiere Würfe mit bis zu acht Jungen zur Welt. Nach nur fünf Monaten sind diese ebenfalls geschlechtsreif.

Mit Material von LPD
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