Champignons
Janina Schuster | am

Nutzen statt Wegschmeißen: mit Kaffeesatz eigene Pilze anbauen

Auf den sozialen Plattformen posten pilzaffine Nutzerinnen und Nutzer Bilder ihrer Zuchterfolge und was sie in der Küche daraus gekocht haben. Der Anbau von Speisepilzen auf Kaffeesatz wird immer beliebter.

In der Pandemie gab es neben diversen negativen Aspekten auch einige positive Entwicklungen. Ob es mehr Zeit mit der Familie oder die Intensivierung eines Hobbys ist, für das vorher keine Zeit da war. So erfuhr zum Beispiel das Brotbacken mit selbst angesetztem Sauerteig einen Schub.

Und der Anbau von Speisepilzen auf altem Kaffeesatz. Ganz neu ist diese Praxis nicht. Dank Corona aber interessieren sich mehr und mehr Menschen dafür, wie sie ihre eigenen Pilze anbauen können. Mit dem Kaffeesatz-Anbau werden direkt zwei Trends der letzten Jahre abgedeckt: selber zu machen, was man später isst und die Natur beobachten. Denn der Anbau der Pilze ist nicht nur einfach, sondern auch "etwas fürs Auge". Innerhalb weniger Tage nach Beginn sprießen immer mehr weiße Pilzfäden aus dem Kaffeesatz. 

Anleitungen im Internet finden

Dass sich dieses bislang eher nischige Hobby zu einem Trend entwickelt, ist auch auf den sozialen Plattformen spürbar. Dort teilen Nutzerinnen und Nutzer stolz ihre Zuchterfolge. Auf den Websites von Garten-Magazinen, Do-it-yourself-Blogs und sogar Kaffeeherstellern gibt es Anleitungen, wie man sich seine eigenen Pilze auf Kaffeesatz anzüchtet. Im Internet findet man verschiedene Anbieter von Pilzanzuchtsets.

Einer von ihnen ist Stefan Hawlik. Er freut sich über die Entwicklungen, auch weil der Umsatz seines Unternehmens seit einigen Jahren kräftig wachse. "Corona hat das Ganze beschleunigt", sagt er. Doch auch andere Unternehmen profitieren von dem Trend. Start-ups wie die Kasseler "Bunkerpilze" oder "Stadtpilze" in der Schweiz sammeln Kaffeesatz der regionalen Gastronomie, züchten Pilze darauf und verkaufen diese dann als regionale Produkte.

Welche Vorteile haben Pilze?

Pilze erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das belegen auch die Zahlen des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer: mehr als 85.000 Tonnen Speisepilze wurden im letzten Jahr in Deutschland kultiviert. Tendenz steigend. Zurecht, schaut man sich die Liste ihrer Vorteile an.

"Pilze sind kalorienarm, sie enthalten wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und auch Heilwirkstoffe", zählt Pilzanbauexperte Ulrich Groos die Vorzüge des Gemüses auf. Doch er gibt auch zu bedenken, dass der Anbau in den heimischen vier Wänden mit Bedacht erfolgen sollte.

So können eingeatmete Pilzsporen Allergien auslösen, weshalb man die reifen Fruchtkörper besser schnell ernten sollte. Auch die Hygiene ist ein wichtiger Punkt: "Wenn man den Kaffeesatz zu lange in der Maschine lässt, dann hat der schon Pilze - allerdings nicht die, die man haben will", sagt Groos.

Mit Material von dpa
Vollkornbrot_AdobeStock_212714356.jpeg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Mehrleser-Funktion

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Audio und Video

✓ 1 Tag früher informiert

 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Wiederbewaldung im Harz - Schutzschirm aus toten Fichten
  • Agrarpolitik: EU verschärft die Klimaziele
  • Pflanzenbau: Richtiger Einsatz von Siliermitteln

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen