Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies.
Ellen Hartmann | am

Olaf Lies spricht offen über den Wolf

Bei der niedersachsenweiten Aktion zur Einführung eines aktiven Wolfsmanagements fand Umweltminister Olaf Lies beim Thema Wolf deutliche Worte.

Am Sonntag (11. Juli) hatten das Landvolk Niedersachsen, Land schafft Verbindung (LsV), die Landjugend, die Arbeitskreise junger Landwirte und das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement zu der landesweiten Aktion zur Einführung eines aktiven Wolfsmanagements in Niedersachsen geladen.

Rückkehr des Wolfes schürt Verunsicherung

"Diese Aktion zeigt, dass die zunehmende Ausbreitung des Wolfs in Niedersachsen und die damit verbundenen Konflikte mit der Nutztierhaltung oder auch Nahkontakten mit Menschen, völlig nachvollziehbar für große Verunsicherung in der Bevölkerung sorgen", so Olaf Lies. "Gerade in den letzten vier Jahren ist die Population in Niedersachsen von 10 auf 36 Rudel angewachsen. Verbunden ist damit eine stark zunehmende Zahl an Nutztierissen, aber auch eine deutliche Zunahme an Nahkontakten." Jedoch müsse auch beachtet werden, dass die Menschen in Niedersachsen das Thema Wolf verschieden betrachten würden. Dass habe gerade erst eine Umfrage des Landvolks Niedersachsen gezeigt. 

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Der Wolf ist eine geschützte Art

"Mich bestätigen diese Umfragen in meiner Überzeugung, dass wir im Umgang mit dem Wolf zu einer neuen Normalität kommen müssen", erklärt der SPD-Politiker. "Denn der Wolf ist zurück in Niedersachsen und das ist zunächst einmal auch gut so." Nach Europäischem Recht und Bundesrecht sei der Wolf aber eine streng geschützte Art, was bedeute, dass "am Anfang immer der Herdenschutz und die Vergrämung" stehen müsse". "Wolfsfreie Zonen oder vorsorgliche regulierende Abschüsse sind nach geltendem Recht in Deutschland bisher ausgeschlossen", sagt Lies. "Die neue Normalität bedeutet für mich aber auch, dass, wenn die anderen Maßnahmen nicht greifen oder unverhältnismäßig sind, Tiere aus besonders auffälligen Rudeln geschossen werden müssen – sei es etwa auf Grund einer hohen Zahl von Weidetierrissen oder, wenn sie die natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren."

Lies will Problemwölfe konsequent entnehmen lassen

Lies verspricht auch, Wölfe, die sich mehrfach Siedlungen nähern und die Furcht vor Menschen nachweislich verlieren würden, nicht mehr zu dulden. Zwar stünden vor dem Abschuss immer der Herdenschutz sowie die Vergrämung des Tieres, doch wenn das nicht mehr helfe, fordert Lies, Wölfe konsequent zu entnehmen. In der Wolfsverordnung habe man, so der Minister, den Rahmen für dieses Verfahren bereits genau festgelegt, um Entscheidungen schnell und nachvollziehbar treffen zu können.

Was wäre die Alternative?

"Die Alternative ist, das zeigen andere Regionen in Europa, dass verzweifelte Weidetierhalter oder verängstige Bürger selbst zur Waffe greifen. Und das ist immer die deutlich schlechtere Alternative zu kontrolliertem staatlichen Handeln." Hier brauche es weitere gesetzliche Anpassungen. "Dabei ist eine unverzichtbare Grundlage für die richtigen Maßnahmen die Meldungen von Betroffenen", macht Lies klar. "Daher appellieren wir an die Menschen in Niedersachsen: Melden Sie uns alle Vorkommnisse mit Wölfen! Nur so können wir angemessen reagieren und rechtssicher über die richtigen Maßnahmen entscheiden."

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