Bauern protestieren mit Treckern vor dem Edeka-Lager in Wiefelstede
Christel Grommel | am

Ammerland: Trecker-Protest vor dem Edeka-Lager

Der Konflikt mit den großen Lebensmittel-Handelsketten um die Preise bleibt bestehen. Deshalb demonstrierten gestern etwa 200 Landwirtinnen und Landwirte vor dem Edeka-Lager in Wiefelstede.

Der Protest wurde von LsV Deutschland und Freie Bauern organisiert. Mit Traktoren fuhren sie vor dem Lager in Wiefelstede auf, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen: trotz steigender Lebensmittelpreise kommt immer weniger Geld auf den Höfen an.

Zu der Aktion sind auch Edeka-Manager zu einer Diskussion eingeladen. Den Organisatoren zufolge haben Edeka, Aldi, Lidl und Rewe nach Monaten intensiver Lösungssuche vor einigen Wochen die Zusammenarbeit ohne konkrete Zugeständnisse eingestellt.

Betrieben geht die Luft aus

Bauern protestieren vor Edeka-Lager

Die Landwirte forderten die Supermarktkonzerne auf, den Dialog mit den Landwirten wieder aufzunehmen und bis Weihnachten mit konkreten Ergebnissen abzuschließen. "Vielen Betrieben geht sonst die Luft aus – die uns in Aussicht gestellten Dreiecksverträge mit Handel und Verarbeitern zu mindestens kostendeckenden Preisen müssen ab 1. Januar 2022 in Kraft sein", sagte Peter Guhl von der Bundesvertretung der Freien Bauern. 

Nach den Bauernprotesten gegen die Preisgestaltung im Lebensmitteleinzelhandel im vergangenen Winter hatten sich Supermarktkonzerne und die protestierenden Landwirte zu einem mehrere Monate dauernden Agrardialog getroffen. Nun hätten laut den Organisatoren des Protests Edeka, Aldi, Lidl und Rewe die Zusammenarbeit eingestellt.

Eine Sprecherin von Edeka Minden-Hannover sagte, der Dialog zwischen den Lebensmittelhandel und der Landwirtschaft werde selbstverständlich fortgesetzt. Die Proteste könne das Unternehmen nicht nachvollziehen.

Otte-Kinast ruft zu Dialog auf

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast rief angesichts der Proteste zu einem gesellschaftlichen Dialog mit den Landwirten auf. Ihrer Ansicht nach sind die Bauernproteste Ausdruck wachsender Ansprüche an die Landwirte.

"Es sollen sich alle beteiligen", forderte Otte-Kinast.

Mit Material von NDR, dpa
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