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Giorgio Tzimurtas, Oldenburgische Volkszeitung | am

ASP: Behörden und Schweinehalter in Sorge

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Haustierbeständen in Brandenburg machen sich auch unsere Betriebe und Behörde Sorgen. In Niedersachsen wurde in einer neuen Übung der Ernstfall erprobt.

Wegen der Afrikanische Schweinepest (ASP) in Alarmbereitschaft sind Behörden und Landwirte in Deutschland schon seit Jahren. Die Seuche breitet sich immer weiter aus – trotz Abwehrzäunen und Bejagung von Wildschweinen. Das Näherrücken der ASP bereitet auch den Veterinärämtern der Landkreise Vechta und Cloppenburg und den Tierhaltern vor Ort Sorge – wegen der hohen Zahl an Schweinen in der Region. Käme es im Oldenburger Münsterland zu Massenkeulungen, könnte der wirtschaftliche Schaden sich auf viele Millionen Euro belaufen.

Wildschweine bejagen

Vom Vorsitzenden des Kreislandvolkverband Vechta, Dr. Johannes Wilking, hieß es deshalb: "Wir können aktuell nur an die Bevölkerung appellieren, dass aus dem Ausland keine Wurstwaren mitgebracht werden sollen – das gilt für Touristen wie für Arbeitnehmer. Lebensmittel aller Art dürfen nicht in der Landschaft entsorgt werden." Wilking sagte zudem, dass nunmehr an einer stärkeren Bejagung von Wildschweinen kein Weg vorbeiführe. "Alle Schweine haltenden Betriebe müssen nun ganz besonders auf den Seuchenschutz auf ihren Betrieben, also die Biosicherheitsmaßnahmen, achten." Es gehe nicht nur um den Schutz des eigenen Bestandes, "sondern auch um die Nutztiere aller Kollegen", führte Wilking aus.

Hohe Einschleppungsgefahr

Auch Dr. Torsten Staack von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), sagte: Es gebe eine "hohe Einschleppungsgefahr", wenn wenige Schweine zum Hobby im Hinterhof gehalten werden und keine Biosicherheit bestehe. Nun müsste aus den ASP-Fällen in der Kleinsthaltung gelernt werden. Für den Bio-Betrieb mit 200 Schweinen versicherte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur: Der Bio-Betrieb habe seine Tiere aufgrund einer amtlichen Anordnung schon seit September nicht mehr aus dem Stall lassen dürfen. "Artgerechte Auslaufhaltung kommt hier also nicht als Ursache für die Ansteckung infrage", fügte er hinzu. Der Betrieb habe alle strengen Maßnahmen des Infektionsschutzes eingehalten.

Neue ASP-Übung

Der Landkreis Cloppenburg warnte vergangene Woche in einer Mitteilung: Ein Ausbruch der ASP vor Ort "hätte gravierende Folgen, vor allem für die Agrar- und Ernährungswirtschaft". Daher sei es wichtig, die zu einer Eindämmung der Seuche notwendigen Schritte noch einmal durchzuspielen und offene Fragen zu klären. Das Veterinäramt des Landkreises hatte erst kurz vor dem Nachweis der ASP in Schweinehaltungsbetrieben in Brandenburg an einer niedersachsenweiten Übung zur Bekämpfung der ASP teilgenommen. Dabei wurde auch in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Cloppenburg der Ernstfall simuliert. Das Szenario: Im Bereich der Stadt Friesoythe wurde bei einem erlegten Wildschwein ASP festgestellt. In einem eingerichteten Kerngebiet wurden die Aufgaben mit lokalen Fachberatern einschließlich der Jägerschaft, Vertretern der Landesforsten, des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Kreislandvolkes, der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GESEVO GmbH) und der in Gründung befindlichen Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft (AN Vorsorge) "professionell abgearbeitet", wie es hieß.

Krisenstab einbezogen

So hatte der eingerichtete Krisenstab zu entscheiden, wie nach Fallwild gesucht und wie dieses geborgen werden soll, welche Einschränkungen im betroffenen Gebiet für Verkehr und Nutzung der Wälder verordnet werden müssen und ob Betriebe mit Schweinehaltung genauer untersucht werden sollten. Am zweiten Übungstag sei die Bergung eines Wildschweines mit einem Dummy simuliert und praktisch ausgeführt worden. Auch das Veterinäramt des Landkreises Vechta ist seit langem aktiv. Es bestehe seit den ersten ASP-Fällen bei Wildschweinen in Deutschland eine "hohe Gefährdungssituation". Die Behörde habe seit mehr als zwei Jahren ihre Überwachungs- und Beratungstätigkeiten in den Schweinebeständen im Hinblick auf die Seuchenprävention und die Früherkennung "stark intensiviert".

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