Eine Biogasanlage von oben
Anne-Maria Revermann | am

Cloppenburg: Aufbereitungsanlage für Gülle erhitzt Gemüter

Im Kreis Cloppenburg sollen zwei Großanlagen zur Aufbereitung von Gülle und Mist aus der Tierhaltung entstehen. Aber die Pläne stoßen nicht nur auf Zustimmung.

In dem vom Landkreis Cloppenburg, der Stadt Friesoythe und der Gemeinde Saterland betriebenen Gewerbegebiet soll eine Großanlage zur Herstellung von Biomethan entstehen sowie eine Aufbereitungsanlage für Schweinegülle.

Geplant sind diese Anlagen im C-Port-Gewerbegebiet am Küstenkanal. Das wiederum wird gemeinsam vom Landkreis Cloppenburg, der Stadt Friesoythe und der Gemeinde Saterland betrieben.

Der Zweckverband des Gewerbegebietes C-Port hat dem Verkauf von Grundstücken an die Investoren Revis aus Münster und Kaskum aus Friesoythe bereits zugestimmt, heißt es.

Mitgesellschafter von Kaskum sind unter anderem auch die Landvolk-Kreisverbände Cloppenburg und Vechta. Landkreis, Landvolk und auch der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) erhoffen sich mit der Aufbereitungsanlage eine Teillösung für den Gülle-Überschuss in der Weser-Ems-Region.

Politischer Gegenwind

Revis will eine Million Tonnen Wirtschaftsdünger pro Jahr aus der Region verwenden, um daraus Biomethan, einen grünen Kraftstoff, zu machen; Kaskum eine Million Kubikmeter Scweinegülle. Beide Unternehmen wollen eigenen Angaben zufolge insgesamt mehr als 115 Millionen Euro investieren, bis zu 120 Arbeitsplätze könnten entstehen.

Aus der Gemeinde Saterland kommt hingegen auch politischer Gegenwind vom Bürgermeister. Auch eine Bürgerinitiative hat sich gegründet, die vor allem vor den umweltpolitischen Risiken der Großanlagen warnt. Bei Facebook gibt es bereits eine Gruppe mit mehr als 840 Mitgliedern. Sie fordern von Politik und Verwaltung eine ersatzlose Ablehnung des Vorhabens, da die Anlage ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko berge. Der Gemeinderat von Saterland beschäftigt sich am 22. Juni mit den Vorhaben.

Mobiler und kleiner

Aus Sicht von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bieten sich zur Aufbereitung von Gülle und Mist vor allem mobile und kleinere Anlagen an. Großanlagen wie im C-Port sollten sorgfältig und unter Beteiligung aller relevanter Personengruppen abgewogen werden, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Im Rat der Gemeinde Saterland sei die Gruppe der Grünen und der SPD eindeutig dagegen, die Mehrheitsfraktion sei gespalten, so Bürgermeister Thomas Otto.

Mit Material von dpa

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