Landwirte blockieren in Cloppenburg einen Kreisverkehr vor dem Lidl-Lager
Christel Grommel | am

Cloppenburg: Landwirte blockieren Lidl-Lager

Hunderte Landwirte protestierten seit Sonntagabend vor dem Zentrallager von Lidl und blockierten die Zufahrt für die LKW.

Blockade geht weiter

1. Dezember:

In der Nacht zum Dienstag (1.Dezember) und am Morgen haben die Landwirte die Blockade fortgesetzt. Laut LsV-Sprecher Lee soll die Blockade in Cloppenburg auch weitergehen. Die Forderung sei, dass der Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), Klaus Gehrig, nach Cloppenburg komme. Lidl hatte am Montagabend prinzipielle Gesprächsbereitschaft signalisiert. Das seien nur "leere Versprechungen und Phrasen", sagte Lee dazu. Gehrig solle mit den Landwirten "auf Augenhöhe" reden.

Nach Polizeiangaben waren es am Dienstag Morgen rund 100 Traktoren, die die Zufahrt zu einem Zentrallager des Discounters Lidl blockierten.

Im benachbarten Emstek beteiligten sich den Angaben zufolge 20 Traktoren an der Blockadeaktion. In Rade im Kreis Harburg und in Schwanewede blockierten Landwirte ebenfalls zumindest zeitweise die Zufahrt zu Lidl-Lagern. Blockaden gab es auch in Westerkappeln (Kreis Steinfurt/NRW) nahe der niedersächsischen Grenze. 

Die Polizei bereite sich darauf vor, die Blockadeaktion zu beenden. Das gab ein Sprecher der Polizei an.

Auch in anderen Bundesländern reichte es den Landwirten: Dutzende Bauern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern haben in der Nacht zum Dienstag das Lidl-Logistikzentrum in Rostock blockiert. Insgesamt 25 Traktoren und sechs weitere Fahrzeuge blockierten Polizeiangaben zufolge zwischen 22 und 5 Uhr die Zufahrten zum Lidl-Betriebsgelände. Wie es hieß, wurde dadurch mehreren Lkw die Zufahrt zur Anlieferung beziehungsweise die Abfahrt vom Gelände verwehrt.

Lidl "zu Gesprächen bereit"

Laut Sprecher von Lidl sei man weiterhin zu Gesprächen bereit. "Um dem Anliegen der gesamten Landwirtschaft am ehesten gerecht zu werden, brauchen wir einen sektorweiten Dialog, der mit allen Verhandlungspartnern entlang der Lieferkette geführt wird", hieß es. Die protestierenden Bauern müssten für Gespräche Vertreter benennen. Lidl sehe sich als starker Partner der deutschen Landwirtschaft und exportiere deutsche Produkte in mehr als 30 Länder. Um den derzeitigen Überhang bei Schweinefleisch zu regulieren, solle es Sondervermarktungen geben. "Für diese Tiere sollen die Landwirte einen finanziellen Ausgleich und damit den marktüblichen Preis erhalten."

300 Schlepper vor Ort

30. November:

Mehr als 300 Schlepper und rund 400 Landwirte waren am heutigen Morgen immer noch vor Ort. Am Sonntagabend hatten sie sich zunächst an der Bundestraße 72 getroffen. Als Polizisten sie stoppen wollten, umfuhren sie die Absperrungen und stellten sich in die Ein- und Ausfahrt des Zentrallagers.

Der Protest richtet sich gegen die Preispolitik der großen Supermarktketten. Ein Sprecher sagte, die Landwirtschaft in Deutschland werde gerade gegen die Wand gefahren.

Bereits am Freitag hatten Landwirte ein Zentrallager von Edeka im Landkreis Ammerland blockiert. Anlass waren Billigangebote bei Milchprodukten.

Mit Material von NDR, dpa
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