Ratten auf landwirtschaftlichem Betrieb.
Margot Bischof | am

Friesland: Schädlingsbekämpfung auf dem Hof

Schädlingsbekämpfung Ratten, Flöhe, Schaben, Motten – wo andere sich ekeln, greift Stefanie Solga beherzt ein. Sie ist zertifizierte Schädlingsbekämpferin in Zetel und befreit Haus, Hof und Arbeitsplätze von nervigen Mitbewohnern.

Wenn man Stefanie Solga sieht, würde man ihren Beruf nicht erraten. Allein der Overall mit der Aufschrift „Schädlingsbekämpfung Kasol“ verrät, dass sie in einer Männerdomäne zu Hause ist. Die 43-Jährige führt zusammen mit ihrem Mann ihren Schädlingsbekämpfungsbetrieb in Zetel, im Kreis Friesland. Mark Solga ist staatlich geprüfter Schädlingsbekämpfer im Gesundheits- und Vorratsschutz. Stefanie Solga ist zertifizierte Schädlingsbekämpferin mit Sachkundenachweis. So deckt sie viele Schädlingen ab: Ameisen, Fliegen, Schaben, Motten, Marder usw. Ein guter Teil ihrer Arbeit fällt auf die Bekämpfung der Wanderratten, das Spezialgebiet von Stefanie Solga.

Ratten auf landwirtschaftlichen Betrieben

Schädlingsbekämpferin Stefanie Solga und Meike Hauken kontrollieren die Rattenboxen.

Viele wenden sich erst an sie, wenn die Angelegenheit schon schlaflose Nächte bereitet. „Landwirte probieren immer erst selbst, das Problem zu lösen. Aber zu 98 Prozent sind Ratten gegenüber frei verkäuflichen Mitteln resistent. Dann rufen sie an und man spürt ihre Not“, erzählt Stefanie Solga. So erging es auch Alf Hauken, der mit seiner Frau Meike einen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. „Zuletzt haben wir Fallen aufgestellt. Als die Tiere dann die Schläuche der Melkanlage anknabberten, war Stefanie Solga unsere Rettung,“ erzählt er und ist immer noch erleichtert, dass er die Angelegenheit vor drei Jahren in professionelle Hände gab. Seitdem ist die Schädlingsbekämpferin einmal im Monat auf dem Bauernhof.

Ratten sind Feinschmecker

Einmal im Monat bestückt Stefanie Solga die Boxen mit neuen Ködern.

Mit ihrem „Koffer“, in dem sich die unterschiedlichsten Giftköder befinden, geht sie von Station zu Station. Begleitet wird sie von Meike Hauken, die alles protokolliert: die Lage der Köderstation, Art und Menge des eingesetzten Köders und die Fraßspuren. Die unterschiedlichen Farben der Festköder sagen etwas über den Geschmack aus. Ratten sind Feinschmecker. „Wir arbeiten mit dem Mittel Antikoagulanzien, einem Blutgerinnungshemmer. Es wirkt auch über die Muttermilch auf die Jungtiere“, erklärt Stefanie Solga. Die Tiere verspüren keine Schmerzen, somit ist der Anspruch an den Tierschutz gewahrt. „Zu 99,9 Prozent sind es die Ratten, die auf den Höfen zum Problem werden.“ Kein Wunder, kann ein Rattenpaar es nach einem halben Jahr doch auf bis auf 1.000 Nachkommen bringen.

Mit dem Schadwellen-Prinzip Schadnager bekämpfen

Erwähnt werden Wanderratten in Europa zum ersten Mal im 3. Jahrhundert nach Christus. Seitdem haben sie in der Gemeinschaft mit den Menschen überlebt. Da sie sich gerne von Früchten und ölhaltigen Samen ernähren, finden sie in der Umgebung von Nutztieren eine gute Lebensgrundlage.  So besteht ihre Arbeit darin, zunächst das Aufkommen zu dezimieren. „Wir arbeiten nach dem Schadschwellen-Prinzip. Wenn der Befall eine Grenze erreicht hat, mit der man leben kann, werden in einem Monitoring giftfreie Köder eingesetzt.“ Das langfristige Ziel sei aber, den Betrieb frei von Ratten zu halten.

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