Schweine im Stall.
Ellen Hartmann | am

Nach Fund von 850 Schweine-Kadavern: Grüne fordern Aufklärung

Nachdem im Landkreis Cloppenburg auf einem verlassenen Hof rund 850 verendete Schweine entdeckt wurden, fordern die Grünen im niedersächsischen Landtag nun eine umfassende Aufklärung des Fundes.

Zusätzlich will die Fraktion auch eine Unterrichtung im kommenden Agrarausschuss beantragen. So solle geklärt werden, wie die Landesregierung mit einem solchen Fund umgehe, so die Bündnis 90 - Die Grünen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). 

850 Schweine-Kadaver in Garrel entdeckt

In der vergangenen Woche wurden auf einem Hof bei Garrel im Landkreis Cloppenburg rund 850 verendete Schweine gefunden. Nun fordern die Grünen die Aufarbeitung dieses Fundes und wollen in der Unterrichtung im Agrarausschuss auch für mehr Klarheit in Bezug auf die angespannte Situation der Schweinehalterinnen und Schweinehalter sorgen. Erst kürzlich hatte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zum Krisengespräch geladen, vergangene Woche zog Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach. 

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Kritik kommt von der Grünen-Fraktion

"Agrarministerin Otte-Kinast hat tatenlos zugesehen wie die Schweinebranche in den Ruin treibt", kritisiert Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. "Wir brauchen jetzt konkrete Maßnahmen zur geordneten Verringerung der Schweinebestände statt ein ruinöses Höfesterben." Viele Tierhalter würden vor großen Problemen stehen und nicht an ihren Tieren verdienen, sondern draufzahlen. Laut der Fraktion sei dies ein Grund für Tierschutzprobleme. 

ASP und Corona sorgen für Probleme der Schweinehalter

Bereits seit längerer Zeit stehen Schweinehalter vor großen Herausforderungen. Denn aufgrund der Corona-Pandemie sind zahlreiche Veranstaltungen ausgefallen und auch die Gastronomie kaufte durch mehrere Schließungen weniger Fleisch ein als zuvor. Zusätzlich zur Pandemie kommt die Afrikanische Schweinepest (ASP) hinzu, die in vielen Ländern Handelsbeschränkungen für deutsches Schweinefleisch auslöste. So fielen unter anderem wichtige Absatzmärkte wie Asien oder Brasilien weg. 

Zwar gehe der Schweinefleischkonsum seit 2010 in Deutschland immer weiter zurück, doch nach Auffassung der Grünen hätten weder Klöckner noch Otte-Kinast reagiert, als die Branche begonnen habe, ihren Export auszubauen. "Es war allen Beteiligten klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ankommen wird und der Export schlagartig zusammenbricht", so Staudte. 

Mit Material von dpa
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