Der Hahn und seine Hühner
Ellen Hartmann | am

Geflügelbranche appelliert an Verbraucher für mehr Solidarität

Gestern (28. September) haben sich die Mitglieder der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft in Dötlingen im Landkreis Oldenburg getroffen, um über die Zukunft ihrer Branche zu sprechen. Nach dem Treffen fordern sie mehr Solidarität von Politik, Handel und Verbrauchern.

Dass eine nachhaltige Landwirtschaft mit einer guten Tierhaltung mehr Geld koste, dass müsse auch dem Lebensmittelhandel und den Verbraucherinnen und Verbrauchern klar sein, so Friedrich-Otto Ripke, Vorsitzende der Geflügelwirtschaft, gestern in Dötlingen. Er fordert mehr Solidarität von Politik, Handel und Verbrauchern. "Es braucht den Solidarzusammenhalt aller Gruppen", machte Ripke deutlich.

Das sind die Probleme:

Der Verbraucher müsse bereit sein, auf billige Auslandsangebote zu verzichten. Denn die derzeitigen Erzeugerpreise der Geflügelhalter seien nicht kostendeckend. Mit ihnen lasse sich die Nutztierhaltung nicht erhalten, erklärte Ripke weiter. Denn gegen die Konkurrenz aus Süd- oder Osteuropa und Südamerika würden deutsche Landwirte aufgrund höherer Lohn-, Haltungs-, Energie- und Futterkosten nicht mithalten können. Den Landwirten würden derzeit gegen die Folgen der Corona-Pandemie und gestiegene Futterkosten ankämpfen. Ripke forderte weiter, dass die neue Bundesregierung schnell die Vorschläge einer Expertenkommission zur Nationalen Nutztierstrategie (Bochert-Kommission) Duumsetzen sollte

Die Nationale Nutztierstrategie

Die Strategie fordert den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland. Dabei sollen innerhalb von 20 Jahren Tiere mehr Platz und Luft in ihren Ställen bekommen. Im Zuge dessen sollen Fleisch und andere tierische Produkte über eine Tierwohl-Abgabe versteuert werden. Ripke betonte, dass der Handel seinerseits dafür sorgen müsse, dass die Kostensteigerungen auch ausgeglichen werden. Denn auch Haltungsanforderungen des Lebensmittelhandels müssten in Zukunft an die Nationale Nutztierstrategie ausgerichtet werden. Dieser Mehraufwand müsse auch bezahlt werden. 

Hoffen auf die kommende Bundesregierung

Mittlerweile würden sich immer weniger junge Menschen dazu entscheiden, Landwirt zu werden, so der Vorsitzende der Geflügelwirtschaft. Die Tradition der Hofnachfolge sei in Gefahr. "Wir stehen an einem Scheideweg in der Landwirtschaft", verdeutlichte Ripke. Laut Landvolk-Präsident Dr. Holger Hennies, der bei dem Treffen einen Vortrag hielt, habe es von Seiten der Bundesregierung in den letzten zwei Jahren bei vielen politischen Entscheidungen einen Stillstand für die Landwirtschaft gegeben. "So gesehen kann es jetzt nur besser werden." Hennies sei optimistisch, was eine Beteiligung der FDP oder der Grünen in der Bundesregierung angehe: "Ich will auch den Grünen nicht absprechen, dass sie weiter Tierhaltung wollen."

Mit Material von dpa
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