Meteoriten-Fund-Cloppenburg-Kopie
Wolfgang Stelljes | am

Meteoritenfund: Seltener als ein Sechser im Lotto

Beverbruch, Bissel, Benthullen, Cloppenburg – wiederholt sind im Oldenburger Land Meteoriten niedergegangen, so oft wie in keiner anderen Ecke Deutschlands. Eine Spurensuche...

Meteoriten-Fund-Cloppenburg-Fundstelle

Entnervt vom Kampf gegen Brennnesseln und Büsche ging Hausmeister Hartmut Osterburg von einer Schule in Cloppenburg los, um Steine für den Schulgarten zu suchen. Er steuerte einen Steinwall am Neuendamm bei Vahren an, westlich von Cloppenburg. Hier entsorgte ein Kartoffelbauer Steine und meinte nur: Nimm so viele, wie du willst. Osterburg fand sehr viele gewöhnliche Steine. Und einen ganz außergewöhnlichen.

Der Fund ist magnetisch

Steine sammeln, fotografieren und unter dem LED-Mikroskop studieren ist ein Hobby des 54-Jährigen. Alle, die ein bisschen anders aussehen, nimmt er mit. „Und dieser sah komplett anders aus.“ Stets hat er auch einen Magneten in der Tasche. Und siehe da: Der Stein reagierte. Was aber auch noch nicht so viel heißen will. „Ich hab kistenweise Steine, die magnetisch sind.“

Experte wird eingeschaltet

Also schickte Harmut Osterburg seinen 143 Gramm schweren, rostbraunen Fund an einen Experten: Dieter Heinlein, Meteoriten-Fachmann am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ein paar Tage später kam die Antwort. Wo denn der Stein genau lag? Und wann er gefunden wurde? Auch bat Experte Heinlein um Stillschweigen. Da dachte Finder Osterburg zum ersten Mal: „Hmm, was wird das?“

Meteorit ist 4,5 Milliarden Jahre alt

Der Experte wollte auf Nummer sicher gehen. Er leitete eine Probe weiter an Professor Addi Bischoff am Institut für Planetologie an der Uni Münster, Deutschlands renommiertester Experte für Meteoriten-Klassifikation. Vier Monate, unzählige Mails und diverse Untersuchungen später war es amtlich: Es ist ein Meteorit, der 49. in Deutschland bestätigte. Ein sogenannter Chondrit, der irgendwo aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt. 20 Milligramm Staub reichen, um das Alter zu bestimmen: 4,5 Milliarden Jahre. Festgestellt wurde auch, wann er auf die Erde gefallen ist: vor etwa 5400 Jahren. „Das dürfte so die Zeit von Ötzi gewesen sein.“ Der Fund von Hartmut Osterburg bekommt einen eigenen Namen: Cloppenburg. Das Besondere war, „dass Hartmut diesen Stein unter Tausenden als auffällig erkannt hat“, so Experte Heinlein. Dass man einen solchen Meteoriten findet, ist deutlich seltener als ein Sechser im Lotto.

Viele Meteoriten im Oldenburger Land

Und es war nicht der erste Meteorit, der im Oldenburger Land niedergegangen ist. Am 10. September 1930 fiel einer bei Beverbruch (Gemeinde Garrel) vom Himmel, nur wenige Meter neben dem Schäfer Klemens Bley, der gerade ein Nickerchen gemacht hatte. Zeitgleich zuckte auch Johann Schnieders zusammen. Der Landwirt war mit dem Rad unterwegs und sah, wie am Wegesrand Sand hochgeschleudert wurde. Bley und Schnieders hatten etwas erlebt, was nur sehr wenige Menschen erleben. „Dass ein Meteorit in unmittelbarer Nähe eines Augenzeugen einschlägt, ist absolut selten, weltweit sogar“, sagt DLR-Experte Dieter Heinlein.

Wie und wann einer der größten Meteoriten in Deutschland - mit 17,25 Kilogramm - in Benthullen gefunden wurde und warum gerade im Oldenburger Land vermehrt Meteoriten niedergehen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST und in unserer digitalen Ausgabe.

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