Meinung | Ina Martens, Schafhalterin aus der Wesermarsch. | am

„Nun ist bei mir der Bock aber endgültig fett geworden...“

Nun ist es passiert! Ich habe mich radikalisiert, in den sozialen Netzwerken, am Telefon, in Krisensitzungen.

Auslöser waren mehrere Ereignisse gleichzeitig! Für Niedersachsen wird an einer Wolfsverordnung gebastelt. Den Entwurf hatte ich zur Durchsicht auf dem Schreibtisch. Der Inhalt dieser Zettel ließ einem Nutztierhalter die Haare zu Berge stehen. Besonders der Anhang zu dem Werk hat es in sich. Dem Wolf wird es damit erschwert, verhaltensauffällig zu sein. Gleichzeitig wurde vermehrt in der Presse verkündet, dass der Abschuss verhaltensauffälliger Wölfe erleichtert wird. Wie denn, wenn er laut geplanter Verordnung gar nicht mehr auffällig sein kann.

on_Ina Martens

Dann kam auch noch ein Brief an uns Nutztierhalter vom Wolfsbüro aus Hannover. Nach fünf Minuten flattern die Zettel über den Küchentisch: „So eine Unverschämtheit! Da steht, dass wir die Wölfe anfüttern. Wir sind schuld, dass es hier Wölfe gibt.“ Das Infoschreiben auf drei DIN A4 Seiten hatte schon etwas Bedrohliches, die Sache mit dem Anfüttern fand ich allerdings nicht.

Zwei Tage später erkundigt sich eine Frau bei mir, ob wir auch einen Drohbrief vom Wolfsbüro bekommen hätten, in dem steht, dass wir die Wölfe anfüttern und schuld sind, dass es hier Wölfe gibt? Jetzt ist der Bock bei mir fett. Bevor aller Unmut in Aggressionen umschlägt, wurde in unserer Region an einer friedlichen Demonstration gearbeitet. Schafhalter hatten mit viel Herzblut einen tollen „Tag der offenen Weide“ geplant. Hier sollte sich jeder Bürger über die Weidetierhaltung informieren können. Abgelehnt vom Landkreis.

Wer soll denn da noch ruhig bleiben? Kann ich denn nur noch die Wolfsverordnung abwarten und sehen, welche Anmerkungen welcher Interessenverbände wie berücksichtigt wurden?

Inhalte der Ausgabe

  • Agrarpolitik: Schweinehalter unter Druck
  • Thema der Woche: Wolfsvergrämung mit Schafsglocken?
  • Pflanzenbau: Klimaschutz - Ackerbau gefordert
  • Tierhaltung: Wohin mit den Schweinen?
  • Betrieb: Vermarktungsalternative für Milch - Verbraucher entscheiden
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