Traktor fährt Gülle aus
Christel Grommel | am

Oldenburg: Wir brauchen keine Millionen

Der Kreislandvolkverband Oldenburg will keine Geldgeschenke, sondern eine verlässliche Politik, die Planungssicherheit und Zukunftsfähigkeit für die Landwirtschaft bietet. Anders könne eine Bestandssicherheit für Betriebe nicht erreicht werden.

Jürgen Seeger und Bernhard Wolff vom Kreislandvolkverband Oldenburg sind sich einig, das etwas anderes als Geldgeschenke von der Regierung gefragt ist: "Das was wir brauchen, ist jetzt möglichst schnell eine verlässliche Politik, die mit sachlich und fachlich begründeten Grundlagen die Planungssicherheit und Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft begleitet. Nur so kann auf Dauer eine Bestandssicherheit und sichere Einkommenssituation für die Betriebe erreicht werden."

Die angekündigte Bauernmilliarde zeige nur die aktuelle Hilflosigkeit der Politik und erwecke den Eindruck, man wolle sich mit dieser Finanzspritze von derzeitig falsch laufenden agrarpolitischen Entscheidungen freikaufen. 

Bauernmilliarde nicht realistisch berechnet

Der angedachte Finanztransfer "Bauernmilliarde" könne nicht wirklich weiterhelfen. Die Auswirkungen der roten Gebiete und damit einhergehende Unterversorgung der Pflanzen habe auf den Höfen einen Ertragsrückgang von mindestens zehn Prozent zur Folge. Die Milliarde bedeute rund 15 Euro pro Hektar, es entstehe aber ein Nachteil von 150 bis 200 Euro pro Hektar. Die tatsächlichen Verluste seien den Bundespolitikern nicht klar. 

Landwirte auf dem richtigen Weg

Man müsse der Landwirtschaft die Chance geben, sich unter Beweis zu stellen. Landwirte hätten sich auf die Düngeverordnung 2017 eingestellt. Aus den Nährstoffberichten 2018 und 2019 in Niedersachsen würde deutlich, dass der Anteil zugekauften Mineraldüngers um 70.000 Tonnen Stickstoff reduziert worden ist.

Dies sei ein Beweis, dass Landwirte auf dem richtigen Weg seien. Veränderungen in Messbrunnen ließen sich zudem erst nach 3-5 Jahren nachweisen. 

Bei politischen Entscheidungen sei wichtig, die richtige Zeitachse zu wählen: Dieser Faktor müsse ausreichend berücksichtigt werden. 

Seeger betont die Anpassungsbereitschaft der Landwirte: "Die Landwirtschaft ist immer in Veränderungsprozessen gewesen und auch weiter bereit, sich anzupassen. Das jedoch, was derzeit die Politik an Grundlagen diskutiert, wird das Höfesterben extrem beschleunigen. Insofern werden sich die Familien weiter gegen diese ruinöse Agrarpolitik wehren und auf die Straße gehen."

Mit Material von Kreislandvolkverband Oldenburg

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