Hähnchenfleisch wird am Fließband verarbeitet
Christel Grommel | am

Oldenburg: Corona-Infektionen bei Wiesenhof

Mehrere Mitarbeiter eines Wiesenhof-Schlachthofs (PHW-Gruppe) in Wildeshausen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Kinder von Mitarbeitern positiv getestet

+++Update: 3. Juli +++

Auch bei Kindern von Mitarbeitern ist das Coronavirus nachgewiesen worden.

Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. Bei fünf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 gegeben. Sie bleiben in Quarantäne. 

 

Quarantäne für alle Mitarbeiter

+++ Update: 27. Juni +++

Alle 1.100 Mitarbeiter des Betriebs und ihre direkten Kontaktpersonen müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Das teilte der Landkreis am Freitag mit. 

Der Kreis habe sich dafür die Zustimmung der Landesregierung eingeholt. 

Insgesamt gibt es in dem Betrieb nun 46 positive Fälle, 1.183 Personen wurden getestet. Der Betrieb wird für zwei Wochen geschlossen.

Betrieb wird heruntergefahren

+++ Update: 26. Juni +++

Vor dem Hintergrund einer Quarantäneverfügung für Beschäftigte des Unternehmens wird der Betrieb schrittweise heruntergefahren. 

Der Betrieb soll für zwei Wochen geschlossen werden. Es würden keine Puten mehr zur Schlachtung angenommen, teilte der Betrieb mit. 

In den landwirtschaftlichen Aufzuchtbetrieben könnte es nun zu Problemen kommen. Die Unternehmensgruppe verfügt über keinen weiteren Schlacht- und Zerlegebetrieb für Puten in Deutschland. "Es müssen gemeinsam und schnellstmöglich Lösungsmöglichkeiten für die Landwirte gefunden werden. Im schlimmsten Fall müssten die Landwirte gesunde Tiere in ihrem Betrieb töten. Dies gilt es jetzt unbedingt zu vermeiden", gab der Geschäftsführer an.

Beim niedersächsischen Agrarministerium will das Unternehmen jetzt um Soforthilfe in Form von Sondergenehmigungen für die Schlachtung der Puten in anderen Schlachtereien in Niedersachsen bitten.

45 positive Tests

+++ Update: 25. Juni +++

Die Zahl der Infizierten wurde auf 45 erhöht. Mit 1.115 Tests sei die gesamte Belegschaft bis auf wenige Ausnahmen erfasst worden.

"Die Zahl der Infizierten hat sich Gott sei Dank nicht entsprechend den Ergebnissen der ersten Testreihe potenziert, bei der von 50 Arbeitnehmern 23 positiv getestet wurden", sagte der Landrat.

Der Ausbruch weitet sich auf die Region aus. In Cloppenburg erkrankten zwei Schüler, deren Vater in dem betroffenen Betrieb arbeitet. Die Schule entschied, für die Jahrgänge der beiden Schüler den Präsenzunterricht vorerst auszusetzen.

In Wagenfeld im Landkreis Diepholz wurde eine frühere Kaserne vorsorglich unter Quarantäne gestellt, weil dort 200 Werkvertragsarbeiter von Wiesenhof leben. Eine Kreissprecherin gab an, dass es sich um eine Arbeitsqurantäne handele. Die Arbeiter dürften weiter mit Bussen in den Betrieb nach Wildeshausen fahren, sich aber in Wagenfeld nicht bewegen. Eine Sicherheitsfirma soll die Einhaltung kontrollieren.

Zahl Infizierter steigt auf 35

+++Update: 24. Juni +++

341 Menschen sind bis zum Mittwochnachmittag (24. Juni) getestet worden. Inzwischen ist die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter auf 35 gestiegen. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die Beschäftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befänden sich in Quarantäne. Bis Freitagnachmittag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet worden sein. Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet.

Dienstag, 23. Juni

Eine erfolgte Reihentestung habe bei 23 von 50 Mitarbeitern ein positives Ergebnis gebracht, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der PHW-Gruppe zufolge sollen alle Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden, das sind mehr als 1.100 Menschen. Die Tests werden von einem privaten Labor unter enger Aufsicht des Gesundheitsamts durchgeführt. Im Laufe des Tages erwarte man die Ergebnisse von Tests, die bei etwa 150 Kontaktpersonen von Mitarbeitern gemacht wurden.

Der Landrat gab an, zusammen mit dem Unternehmen die Ursachen aufarbeiten zu wollen sowie Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Kreisverwaltung forderte beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt Unterstützung an, um die weitere Kontaktermittlung durchzuführen. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter Quarantäne.

Bereits Anfang Juni waren mehr als 1.100 Mitarbeiter getestet worden, dabei gab es nur einen positiven Befund. Von den aktuell 23 Infizierten waren dem Landkreis zufolge zuvor 22 negativ getestet worden. Ein neuer Mitarbeiter sei bei den Tests Anfang Juni noch nicht dabei gewesen.

Mit Material von dpa

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