Landwirt arbeitet im Kuhstall
Thale Luisa Alfs | am

Oldenburg: Landwirtschaft zu Zeiten von Corona

Die regionale Landwirtschaft bekommt in diesen Zeiten eine besondere Aufmerksamkeit zugesprochen. Landwirt Christoph Oltmann aus Großenkneten hat mit dem Landvolk über das Arbeiten in der Corona-Zeit gesprochen.

Es gibt in Zeiten der Corona Krise nur noch wenige Berufe, die weiter durchgeführt werden können wie bisher. „Systemrelevant“ ist das Wort, was diese Berufe kennzeichnet. 

Im Zuge dessen machen sich immer mehr Verbraucher Gedanken, woher die Lebensmittel kommen und was die Landwirte in ihrer Region produzieren.

Der Kreislandvolkverband Oldenburg hat mit Landwirt Christoph Oltmann aus Großenkneten gesprochen und ihn zum Thema Arbeiten während der Corona-Krise befragt. Oltmann bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder einen Betrieb mit Bullen- und Schweinemast und betreibt Ackerbau.

Wie beeinflusst Corona deine Arbeit?

Bei der Arbeit hat sich eigentlich nichts geändert. Die täglichen Arbeiten, wie Tiere füttern, müssen ja genau so gemacht werden wie sonst auch. Jetzt stehen Arbeiten auf dem Feld an, die sich jedoch aufgrund der kalten Temperaturen in den letzten Tagen noch etwas verzögern. Wir bauen unsere Kulturen maschinell an und sind somit nicht auf Fremdarbeitskräfte angewiesen, wie die Landwirte, die Sonderkulturen anbauen. Insofern läuft bei uns noch alles ganz normal.

Machst du etwas anders als sonst?

Bis jetzt noch nichts, außer etwas mehr Abstand halten und was möglich ist, über Telefon oder mit WhatsApp abklären.

Wer kommt noch auf den Hof, wer nicht?

Futter wird noch wie gewohnt geliefert. Der Tierarzt kommt auch wie gewohnt vorbei. Und auch der Lohnunternehmer macht noch Arbeiten bei uns. Wir halten Abstand und verzichten aufs Hände schütteln. Alle anderen nicht notwendigen Kontakte wie Vertreter, kommen nicht mehr vorbei.

Was siehst du Positives/Negatives an der Krise?

Positiv: Es wird die Bedeutung von in Deutschland produzierten Lebensmitteln wieder mehr in den Fokus gerückt. Das wird sich in der nächsten Zeit je nach Dauer der Krise noch verstärken, denke ich.

Negativ: Es geraten die Produktionsketten der nachgelagerten Bereiche ins Stocken, wodurch die Absatzmöglichkeiten geringer werden, was dann den Preis wiederum drückt.

Befürchtest du Nachteile für euren Betrieb?

Bis jetzt haben sich die Nachteile noch bis auf Kleinigkeiten in Grenzen gehalten, aber wenn das noch länger so weiter geht, werden die Preise weiter sinken. Sie sind schon seit Ausbruch von Corona um 13 ct bei Schweinen und 20ct bei Bullen gefallen. Die Schlachtschweine können wir auch nicht immer so verkaufen wie wir wollen, die müssen auch mal eine Woche länger im Stall bleiben, wodurch sich wieder alles verschiebt.

Wie ist die Stimmung gegenüber den Landwirten?

Ist die Akzeptanz größer als vorher, weil nun regionale Lebensmittel bevorzugt werden?

Ich denke, die Akzeptanz und Wertschätzung für unsere Arbeit steigen so langsam, da die Leute merken, was alles aus Deutschland kommt. Aber je länger die Krise dauert und die importierten Lebensmittel knapp werden, wie z.B. Gemüse aus Spanien, wird die Akzeptanz noch weiter steigen und das zeigt, wie wichtig eine funktionierende regionale Landwirtschaft ist.

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