De-Meckerkring-plattdeuscher-Chor
Karin Eickenberg | am

Oldenburg: Meckern mit Musik

Nörgeln und Motzen klingt erstmal nicht wie Musik: Bei Insina Lüschen und dem plattdeutschen Beschwerdechor „De Meckerkring“ jedoch schon. Alles, was ihnen gegen den Strich geht, was sie aufregt, nervt oder wütend macht, wird in Noten verpackt.

Ob Klimawandel oder Hundekacke auf dem Bürgersteig, zu Meckern gibt es genug. Und das betreibt der Beschwerdechor „De Meckerkring" mit Lust und Laune! Auch über die Sprachlosigkeit in unserer Gesellschaft. Über Pestizide und Bienensterben, die Ausbeutung in Billiglohnländern, Kreuzfahrttourismus und Tomaten in Plastik. „De Eer gifft kien Kredit“, protestieren sie gegen die aktuelle Umweltpolitik und beziehen klar Position zur Flüchtlingsdiskussion: „Maak nich dien Dör dicht! Maak nich dien Hart dicht!“

Idee stammt aus Finnland

Ein Beschwerdechor? Wie kommt man denn auf so was? „Das Format stammt eigentlich aus Finnland“, verrät Frontfrau Insina Lüschen. Dort habe das Meckern im Chor schon lange Tradition. „Es wird täglich so viel Energie mit Meckern aufgewendet, da ist es doch schlau, diese Energie zu bündeln und so zu kanalisieren, dass sie irgendwie produktiv und nicht nur destruktiv ist – dass man einfach loslegt und das Ganze in eigenen Songs, mit eigenen Texten und Kompositionen als Chor performt!“

2015 war die Gründung

So entstand im Jahr 2015 im Zuge des PLATTart Festivals für Neue Niederdeutsche Kultur in Oldenburg „De Meckerkring“. Es sollte ein Projektchor sein, nur für die Dauer des Festivals. Doch die originelle Mischung aus Mecker, Mundart und Musik sorgte bei Publikum und Sängern für so viel Begeisterung, dass an „Aufhören“ gar nicht mehr zu denken war.

Motzen auf Plattdüütsch kommt an

Inzwischen meckert sich der Chor frech und frei durch das plattdeutsche Land. Die Themen sprechen vielen Zuhörern direkt aus dem Herzen. Und auf „Plattdüütsch“ macht Motzen noch mal so viel Spaß! „Für mich ist das eine Sprache, mit der man wirklich alles sagen kann, ohne andere zu verletzen“, meint Insina Lüschen. Stimmt. „Klei mi an Mors“ hört sich natürlich viel netter an als „Leck mich am A…..“

 

23 Sängerinnen und Sänger vom Lande

Die quirlige Künstlerin ist – wo sonst? – in Ostfriesland geboren und Plattschnackerin aus Passion. Jetzt lebt sie in Hamburg und fährt für den Meckerkring zweimal im Monat nach Oldenburg, um zu proben. Die 23 Sängerinnen und Sänger kommen fast alle vom Lande. Viele von ihnen sind noch mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen und sie schreiben tatsächlich alle Texte und die meisten Melodien selbst. Ohne professionelle Songschreiber noch Komponisten zu sein.

Die gesamte Reportage lesen Sie in der LAND & FORST Ausgabe 25/20 oder in unserer digitalen Ausgabe.

 

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