Fliegende Vögel über Wasserfläche
Christel Grommel | am

Oldenburg: NLWKN richtet Flächen für Wiesenvögel her

Der Bestand von Uferschnepfen und Rotschenkel hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Jetzt wird ein Naturschutzprojekt für die Wiesenvögel noch vor der Brutzeit umgesetzt.

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat auf den landeseigenen Flächen in der Wesermarsch wichtige Naturschutzmaßnahmen umsetzen können. 

Rechtzeitig vor der Rückkehr der Tiere aus ihren Überwinterungsgebieten in die Wesermarsch wurden Flächen hergerichtet und die Lebensräume der geschützten Arten optimiert. Uferschnepfen und Rotschenkel haben eine Vorliebe für die feuchten Grünlandgebiete der norddeutschen Marschen und Niederungen.

Typisch für die Wesermarsch

Wiesenvögel wie Uferschnepfen, Rotschenkel und Kiebitz bauen ihre Nester am Boden. Sie bevorzugen dabei großräumige, störungsarme Grünlandgebiete mit kurzer Vegetation, deren Böden feucht und weich sind.

"Hier können die langschnäbeligen Vögel in der Erde nach Nahrung stochern", sagt Silke Haack vom NLWKN. 

Die Vögel gehören traditionell zur Landschaft der Wesermarsch. Ornithologen, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch und der NLWKN bemühen sich schon seit Jahren um den Erhalt der hiesigen Bestände - zusammen mit den Landwirten. 

Wasserhaushalt wird reguliert

„Damit Gelege und Küken eine hohe Überlebenschance haben, ist es wichtig, dass Flächen mit Gelegen während der Brutsaison nicht befahren, gewalzt, gestriegelt und gemäht werden", erklärt Silke Haack.

In den Brutgebieten wird der Wasserhaushalt gezielt reguliert, so dass die Flächen für die Langschnäbel attraktiv sind: Im Winter und Frühjahr nass, teilweise überstaut. Deshalb werden in diesem Jahr in den EU-Vogelschutzgebieten „Butjadingen" und „Marschen am Jadebusen" Maßnahmen zur Zurückhaltung von Oberflächenwasser umgesetzt. 

Regelbare Staue im flächeneigenen Grabensystem und ein Fanggraben zum Schutz des Nachbargrundstücks wurden bereits in den vergangenen Wochen auf entsprechenden Flächen am Kurfürstendamm fertiggestellt. Glücklicherweise sei das Grünland etwas abgetrocknet, so dass sie Arbeiten vor der Rückkehr der ersten Vögel erledigt werden konnten, so Haack. 

Nach der Brutsaison soll es im Sommer in der Wesermarsch mit den Maßnahmen weitergehen. Auch auf in der Stollhammer Wisch und in Schweiburg sollen im Spätsommer vergleichbare Maßnahmen umgesetzt werden. Langfrisitiges Ziel ist es, den Abwärtstrend der Brutvogelzahlen der Uferschnepfe zu stoppen. 

Unterstützung erhalten die Naturschützer dabei aus der Wasserwirtschaft: Die Maßnahmen werden gemeinsam mit dem Aufgabenbereich Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen des NLWKN realisiert.

Mit Material von NLWKN

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