1_Palmenoase-Schaugarten
Antje Wilken | am

Oldenburg: Palmen-Oase im heimischen Garten

Palmen? Da denkt man an Kokos- oder Dattelpalmen, die sich auf einer tropischen Insel in der warmen Brise wiegen. Doch es geht auch anders: Florian Faust kultiviert seine Lieblingspflanzen in Streekermoor nahe Oldenburg.

Alles begann vor rund 15 Jahren mit einer Kentia Palme. „Die entwickelte sich so gut, dass ich mir noch eine Palme anschaffte. Und noch eine“, erzählt Florian Faust aus Streekermoor (Landkreis Oldenburg). Schließlich nahm das Hobby so viel Zeit in Anspruch, dass der 40-Jährige sich kurzerhand entschloss, es zum Beruf zu machen. Seit dem Frühjahr 2020 kultiviert und verkauft Florian Faust hauptberuflich Palmen.

Einige Palmen vertragen Minusgrade

Seine Kenntnisse darüber, welche Palme welche Pflege braucht, stammen hauptsächlich aus dem Internet. „Ich habe mir das nötige Wissen angelesen und dann experimentiert“, sagt der gelernte Lagerist. Stichwort Kokospalmen: „Sie sehen schön aus, aber in unseren Breiten halten sie sich einfach nicht“, so seine Erfahrung. „Kokospalmen brauchen viel Licht, Wärme, Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ich hab‘s ein paarmal versucht, aber länger als ein Jahr hat keine überlebt.“ Dass Palmen allgemein viel Wärme brauchen und sich deshalb für unsere Breiten generell nicht eignen, stimmt so allerdings nicht: „Viele Palmen vertragen Minusgrade, zu kalt darf es aber nicht werden“, verrät Faust.

Verkauft werden die Palmen über den Online-Shop

Florian Faust zeigt stolz seine Palmen.

Der gebürtige Friesländer verkauft seine selbst gezogenen Palmen sowie Oliven-, Bananen- und Zitruspflanzen über seinen Online-Shop Flos-Palmenoase. Bereits heute kommt er auf 30- bis 40.000 Aussaaten pro Jahr. Einmal jährlich fährt er in die Schweiz, um dort bei Bekannten die Samen der Hanfpalme zu ernten. Zudem bezieht er Saatgut aus Australien und den USA.  

Bei der Palmenzucht ist Geduld gefragt: Bis zu einem Jahr kann es dauern, bis die Saat keimt. Je nach Art – rund 500 verschiedene hat er im Angebot – vergehen dann noch einmal rund drei Jahre, bis die Palme auf der Fensterbank oder draußen im Garten etwas hermacht, also etwa einen halben Meter hoch ist.

In ganz Deutschland Saatgut aus Automaten

4_Palmenzucht-Faust

Einfacher ist es da, nur das Saatgut zu verkaufen – und zwar per Kaugummiautomat. Auf die ungewöhnliche Idee kam Faust durch Bekannte. "Ein Freund hatte das nämlich in Italien gesehen.“ Er besorgte sich einen ausrangierten Automaten, entwickelte sein grün-weißes Palmendesign und legte los. Der erste Automat vor seinem Haus in Streekermoor erntete zunächst Belustigung – doch schnell auch viel Interesse. Weitere Standorte kamen dazu, in Norddeutschland, in ganz Deutschland, in der Schweiz und Österreich. „Immer auf privatem Boden. Die Besitzer der Grundstücke sind sozusagen Paten und haben jeweils ein Auge auf ‚ihre‘ Automaten“, erklärt der Palmenzüchter. 

Grüne Überraschung in kleinen Kapseln

Welche Palmen man für jeweils einen Euro aus dem Automaten ziehen kann, verrät er nicht: „Es soll für die Leute eine Überraschung sein.“ Jeweils dazu gibt’s einen Flyer mit Keimanleitung. Wichtig: Das Saatgut nicht in Blumenerde stecken, sondern in keimfreie Kokosfaser. Die Plastikkapseln, in denen die Samen stecken, kann man übrigens bei den Automaten-Paten in den Briefkasten werfen; sie werden an Florian Faust zurückgegeben und wiederverwendet. Bisher befüllt er 70 Automaten. „Mein Ziel ist es, mindestens noch auf 150 Standorte zu kommen, am liebsten europaweit.“

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