Bei Groß Ippener im Landkreis Oldenburg wurden eine Reiterin und ihr Pferd von zwei Wölfen bedrängt.
Ellen Hartmann | am

Oldenburg: Zwei Wölfe verfolgen Reiterin und Pferd

Eine Reiterin und ihr Pferd wurden vergangenen Samstag (6. November) bei einem Ausritt von zwei Wölfen verfolgt. Die Tiere umkreisten die Reiterin in einem Radius von drei bis vier Metern und bedrängten sie. Weil sie sich nicht anders zu helfen wusste, rief die Frau den Notruf.

Vergangenen Samstag (6. November) traf Anke Söker in einem Wald bei Groß Ippener auf zwei Wölfe: "Plötzlich sind zwei Wölfe aus dem Wald aufgetaucht und haben uns belauert", so die Reiterin über ihre Wolfsbegegnung gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Getroffen habe Söker die Tiere auf einem Sandweg zwischen der Bundeswehr-Schießanlage am Buchholz und Sprengelsberg in Groß Ippener. 

Reiterin trifft bei Ausritt auf zwei Wölfe

Laut dem Wolfsberater Carsten Sauerwein seien in diesen Gebiet bereits öfter Wölfe entdeckt worden. "Die Tiere stammen wahrscheinlich aus einem Rudel bei Barnstorf", sagt der Wolfsberater. "Dabei handelt es sich um junge Wölfe, die jetzt nach einem eigenen Revier suchen." Eigentlich seien Wölfe gegenüber Menschen eher scheu und würden auf Abstand gehen - in diesem Fall ist dies jedoch anders. "Die Wölfe sind neben uns hergelaufen und haben uns die ganze Zeit genau beobachtet", berichtet Söker weiter. "Obwohl ich geschrien habe, um sie zu vertreiben." Aus reiner Verzweiflung habe sie sogar den Notruf gewählt, falls ihr etwas zugestoßen wäre. 

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Wölfe verfolgen Reiterin und Pferd mehrere Meter

Die Wölfe seien lediglich drei bis vier Meter entfernt um Söker und ihr Pferd herumgelaufen. Ihre Körpersprache habe auch gezeigt, dass sie "nicht nur zum Gucken" dagewesen seinen, so die Reiterin weiter. Die hält der Wolfsberater jedoch für unwahrscheinlich: "Junge Wölfe, also Tiere, die knapp älter als ein Jahr sind, sind sehr neugierig. In ihrer Neugier kann es dann auch mal vorkommen, dass sie sich Menschen nähern." Dennoch: die Reiterin und ihr Pferd seien - laut eigener Aussage - von den Wölfen über rund 700 Meter verfolgt worden. "Das Problem war, dass die Wölfe die ganze Zeit seitlich von uns in Deckung geblieben sind", erzählt Söker. "Wären sie vor uns gewesen, hätte ich sie einfach überreiten können." 

Vorfall löst Unbehagen aus

Jedoch sei Söker aufgefallen, dass die Wölfe immer mehr das Interesse an ihr verloren hätten. Kurz vor ihrer Ankunft am Pferdestall seien die Raubtiere umgekehrt und verschwunden. "Auch wenn so ein Vorfall natürlich Unbehagen und Angst bei Betroffenen auslöst, ist es in all den Jahren, in denen die Wolfspopulation in Deutschland wieder steigt, noch nie zu einem Vorfall gekommen, bei dem ein Wolf einen Menschen angegriffen hat", sagt Sauerwein zu der Begegnung. Gerade Pferde würden normalerweise nicht auf dem Speiseplan von Wölfen stehen. Es würde sehr selten vorkommen, dass neben Wildtieren und Schafen Ponys oder kleine Pferderassen gerissen werden würden, so der Experte weiter. 

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Wolfssichtungen werden zunehmen

Anke Söker wird diese Wolfsbegegnung jedoch im Gedächtnis bleiben. Ihr Fazit: "Ich werde im Dunkeln definitiv nicht mehr alleine in den Wald reiten." Sie möchte in nächster Zeit erst einmal nur in Gruppen und tagsüber ausreiten und andere Waldbesucherinnen und Waldbesucher mit Schildern auf die Wölfe aufmerksam machen. Denn aufgrund der steigenden Population ist es auch in niedersächsischen Wäldern immer wahrscheinlicher, auf Wölfe zu treffen, als noch vor wenigen Jahren. 

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