Mastbullen-Fressgitter
Jan-Gerd Ahlers | am

Schlachthof in Oldenburg: Neun Kameras haben die Rinder im Blick

Der Schlachthof in Oldenburg läuft nach sechs Monaten Stillstand wieder auf vollen Touren. Goldschmaus hat 16 Mio. € investiert.

Der Schlachthof in Tweelbäke am Stadtrand von Oldenburg war im November vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten und geschlossen worden. Der Verein Deutsches Tierschutzbüro hatte Videos veröffentlicht, die mit versteckter Kamera in dem niedersächsischen Schlachthof aufgenommen wurden.

Im neuen Wartestall gibt es 180 Plätze, 30 Buchten zu je sechs Tieren, durch Hubtore getrennt. Die Tore werden mit Druckluft abgesenkt, um laute Geräusche zu vermeiden. Die Wände an den Seiten sind 1,30 m bzw. 1,80 m hoch und blickdicht. Metallrohre über den Buchten verhindern ein Aufspringen.

Abtrennung in Gruppen

Das gute Handling der Tiere und die Sicherheit der Mitarbeiter beim Umgang mit den Tieren werden über Versorgungsgänge gewährleistet. Es gibt breite Treibgänge an den Ein- und Ausgängen der Buchten und einen Einzeltreibgang vor der Betäubung.

Nach einer Ruhezeit von ca. zwei Stunden laufen die Rinder in Richtung Betäubungsbucht. Durch Rücklaufsperren im Einzeltreibgang werden immer drei Tiere abgetrennt.

Neun Kameras überwachen Anlieferung, Zutrieb, Betäubung und Entblutung

Rinderviertel im Schlachthof

Nach der Betäubung erfolgen interne und externe Kontrollen des Betäubungserfolges mit entsprechender Dokumentation. Im Anschluss werden die Rinder entblutet, wodurch der Tod eintritt. „Auf dem sensiblen Bereich der Betäubung und Tötung lag ein besonderes Augenmerk“, sagt der Tierschutzbeauftragte Dr. Gerald Otto, „wir sind da sehr vorsichtig.“

Überwacht wird alles mit neun Kameras, die in den Bereichen Anlieferung, Zutrieb, Betäubung und Entblutung angebracht sind. 

„Aktuell werden pro Woche rund 1.500 Tiere geschlachtet“, sagt Marcel Vinup, Einkaufsleiter für Rinder bei Goldschmaus, 2.000 sollen es werden. Die meisten Rinder kommen aus den umliegenden Landkreisen im Radius von 100 km.

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