Teilnehmer der AEF-Veranstaltung Vechta
Christa Diekmann-Lenartz | am

Vechta: Die Branche muss zusammenrücken

Im Oldenburger Münsterland wurde gestern auf einer Veranstaltung des Agrar- und Ernährungsforums (AEF) über die derzeitigen Umwälzungen in der Landwirtschaft diskutiert. LAND & FORST-Chefredakteurin Maren Diersing-Espenhorst moderierte die Veranstaltung.

LAND & FORST-Chefredakteurin Maren Diersing-Espenhorst moderierte die Veranstaltung, auf der Vertreter der Branche diskutierten.

Die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta im Oldenburger Münsterland sind von allen aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft betroffen. Einige davon sind mehr Tierwohl, Düngeverordnung, Flächenknappheit, Nährstoffüberschüsse und Kastrierverbot.

Das betrifft nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe selbst, sondern auch die vor- und nachgelagerten Bereiche. Diese sind im Oldenburger Münsterland besonders stark. Daher wurde viel über die Zukunftsoptionen der Region gesprochen.

Nährstoffüberschüsse als Achillesferse der Region

Die Brüsseler Regelungen zum Thema Nährstoffüberschüsse seien Gesetz, so AEF-Vorsitzender Bartels. Ein Lösungsansatz sei eine Optimierung der Nährstoffaufbereitung und -verteilung über technische Neuerungen. Dazu gebe es in der Region bereits viele Initiativen.

Für viele, so auch Prof. Dr. Isermeyer vom Thünen-Institut, ist es eine naheliegende Lösung, weniger Tiere zu halten. Auch, weil so gleichzeitig mit mehr Platz pro Tier ein höheres Tierwohl realisiert werden könne.

Mehrkosten für mehr Tierwohl

Einigkeit herrschte in Vechta darüber, dass mehr Tierwohl unumgänglich sei und dieses auch finanziert werden müsse. Bei konkreten Fragen der Finanzierung gab es jedoch unterschiedliche Meinungen.

Prof. Isermeyer sprach sich für einen Umbau der gesamten Tierhaltung hin zu einem gesellschaftlich akzeptierten System aus. Das solle mittels AFP-Förderung und über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleischprodukte geschehen.

Dierkes von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) forderte eine bessere Kommunikation mit dem Verbraucher. Es müsse klar gemacht werden, dass mehr Tierwohl mehr Geld koste. Verbraucher und Lebensmittelhandel seien in der Pflicht. Außerdem mahnte Dierkes mehr Planungssicherheit für Landwirte an.

Bessere Zusammenarbeit

In Vechta waren sich die Beteiligten einig, dass die Branche künftig enger zusammenarbeiten müsse. So könnten die landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten die hohen Anforderungen der Abnehmer erfüllen. Auch die Kommunikation mit dem Verbraucher müsse von allen Beteiligten der Branche intensiviert werden und aufzeigen, was in der Landwirtschaft umsetzbar sei.

Thema der Woche

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