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Vechta: Zwei Jahre Haft auf Bewährung für gewalttätigen Landwirt

Jahrzehntelange Feindschaft gipfelte in Gewalt: Ein Landwirt aus Damme im Oldenburger Land wurde jetzt verurteilt.

Der Tathergang: Mit seinem Geländewagen hat ein 80-jähriger Landwirt aus Damme im Oldenburger Land im vergangenen Juli einen 69-jährigen Landwirt aus dem gleichen Ort vom Fahrrad gestoßen. Das Opfer fiel daraufhin in einen Graben. Danach nahm der ältere N. einen hölzernen Axtstiel aus dem Wagen und schlug auf den Verletzten G. ein.

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) vom 8. Januar berichtet, musste sich N. jetzt vor dem Amtsgericht Vechta verantworten. Am Ende der Verhandlung steht nun fest: N. erhält zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Landwirt greift zum Axtstiel

Am Tag des Vorfalls war das Opfer G. mit dem Elektrofahrrad unterwegs, N. mit seinem Auto. Beide hatten schon seit langen Jahren Schwierigkeiten miteinander.

Der Angeklagte berichtete, G. sei in Schlangenlinien vor ihm hergefahren. Beim Überholen sei der Unfall passiert. Erst im Schlusswort des Angeklagten dämmert es: „Ich hätte doch dahinter bleiben müssen. Aber er ist mir einfach vors Auto.“

Der Rammstoß mit dem Wagen kam, als G. in seinen Hof abbiegen wollte. Der Gestürzte rief seine Söhne, die zu Hilfe eilten. Nur aus Angst vor denen will der Angeklagte den neuen Axtstiel in die Hand genommen haben. Zugeschlagen habe er aber nicht.

Gericht sieht gefährliche Körperverletzung

Doch das haben die Söhne als Zeugen anders gesehen. Ihr Vater erlitt schwere Verletzungen an Armen und Beinen, ein Daumen war gebrochen, zweimal musste er im Krankenhaus behandelt werden. Und das Opfer sagt aus, dass N. an dem Tag sein Fahrrad schon vorher zweimal angefahren habe.

Das Gericht sieht in dem Angriff des 80-Jährigen auf seinen Kontrahenten gefährliche Körperverletzung. „Wir sind der Überzeugung, dass das ein vorsätzlich herbeigeführter Unfall war“, sagt der Richter. Und auch an den Schlägen gebe es keine Zweifel.

Dass der Angeklagte nicht in Haft müsse, habe er seinem hohen Alter zu verdanken. Für drei Jahre wird die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Als eine Bewährungsauflage muss N. zudem 3.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Weitere böse Folge für den Bauern, der allein auf einem abgelegenen Hof lebt: Der Führerschein ist weg.

Landwirt soll alten Groll im Zaum halten

Laut dem Bericht der HAZ sind sich die Kontrahenten einander nicht unähnlich: kräftige, wettergegerbte Gestalten. Im Zuschauerraum des Amtsgerichts scheint der halbe Dammer Ortsteil Langenteilen versammelt: die Familie des Opfers, Freunde und Nachbarn beider Seiten. Er habe mit dem einen schon gefeiert und mit dem anderen auch, sagt ein Mann. Alle drei sind Mitglied im selben Schützenverein.

Und die alte Feindschaft? „Mit dem hatte fast jeder Streit“, beschuldigt der Angeklagte sein Opfer. Meist sei man sich aus dem Weg gegangen. Der Richter rät dem Angeklagten dringend, seinen „alten Groll“ künftig im Zaum zu halten und G. fernzubleiben.

Mit Material von HAZ vom 8. Januar

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