Ein Weihnachtsgruß von den Präsidentinnen der Landfrauenverbände
Meinung | Elisabeth Brunkhorst und Ina Janhsen | am

Weihnachtsbriefe der Landfrauen-Präsidentinnen

Die beiden Präsidentinnen der Landfrauenverbände in Niedersachsen, Ina Janhsen und Elisabeth Brunkhorst, blicken in ihren Weihnachtsbriefen auf das Jahr zurück.

„Weihnachten ist kein Zeitpunkt und keine Jahreszeit, sondern eine Gefühlslage. Frieden und Wohlwollen in seinem Herzen zu halten, freigiebig mit Barmherzigkeiten zu sein, das heißt, den wahren Geist von Weihnachten in sich zu tragen.“

Calvin Coolidge

Liebe Leserinnen und Leser, Herzlich willkommen in der Weihnachtszeit eines bewegten Jahres. Ein Jahr, das viel Enthaltsamkeit, Hoffnung, Entbehrung und Zuversicht mit sich gebracht hat.

Leider können wir uns auch in dieser Adventszeit nicht befreit treffen und müssen mit Kontaktbeschränkungen leben. Lassen Sie uns nach vorne blicken. Denn ich bin sicher, bald können Landfrauen wieder aktiv sein – jede auf ihre Art und Weise.

Elisabeth Brunkhorst ist die Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauenverbandes Hannover.

Wie wichtig uns unsere Gemeinschaft ist, haben wir in der vergangenen Zeit gemerkt. Wir sind stolz auf diese Gemeinschaft, in der wir zusammen etwas erleben und füreinander da sind. Die Gewissheit, Teil einer großartigen Gemeinschaft zu sein, gibt uns Halt und Kraft.

Seit mehr als 70 Jahren leben wir Landfrauen diese aktive und lebendige Gemeinschaft. Schon immer sind wir mit der Zeit gegangen, haben die Chance beim Schopf gepackt und uns Herausforderungen gestellt. Stillstand war nie eine Option. Dieses hervorragende Zusammenspiel war und ist die Grundlage für unseren starken Zusammenhalt im Verband von der Orts- bis zur Bundesebene – gerade auch in schwierigen Zeiten.

Die Herausforderungen hören allerdings nicht auf: Wenn wir in die Zukunft schauen, gibt es einige Themen, bei denen wir alle gefragt sind.

  • Wir wollen gemeinsam unsere Demokratie wieder mit mehr Leben füllen, dazu gehört auch eine bessere Diskussionskultur.
  • Das Ehrenamt muss gestärkt werden – denn ohne das Ehrenamt wäre es sehr still in unseren Dörfern.
  • Unsere Landwirtschaft braucht eine Perspektive, von fairen Preisen bis Wertschätzung.
  • Das große Thema Klima und Umwelt geht uns alle etwas an.

Wir alle bauen die Zukunft für unsere Kinder, das erfordert eine gehörige Portion Tatkraft, Mut und Entschlossenheit von uns. Dazu den Willen, gemeinsam neue Wege einzuschlagen. Wenn ich das jemandem zutraue, dann uns – uns Landfrauen. Ich möchte Sie ermutigen mitzumischen, mitzumachen, mitzugestalten – jede auf ihre Art und Weise.

Ich wünsche Ihnen von Herzen fröhliche Weihnachten mit lieben Menschen und glücklichen Momenten!

Herzlich Ihre

Elisabeth Brunkhorst,
Präsidentin Niedersächsischer LandFrauenverband Hannover e. V.

Liebe Leserinnen und Leser! Die Corona-Pandemie prägt seit Beginn des Jahres 2020 unseren Alltag und hat viele Veränderungen mit sich gebracht.

Urlaub in Deutschland auf dem Land ist wieder in, was uns Landfrauen besonders freut. Denn Urlaub auf dem Bauernhof erfährt dadurch wieder mehr Wertschätzung. Homeoffice und mobiles Arbeiten ist in vielen Bereichen selbstverständlicher geworden und entlastet viele berufstätige Frauen bei dem Balanceakt, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Soziale Kontakte können auch auf digitalen Wegen gepflegt werden, wie wir Landfrauen festgestellt haben. Reale Begegnungen lassen sich dadurch nicht ersetzen, jedoch können Videokonferenzen & Co. die Vereinsarbeit durchaus erleichtern. Ich bin mir sicher, dass wir gestärkt aus der Krise gehen werden.

 

Sorgen bereitet mir jedoch die Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe, die unter enormen Druck stehen. Die Folgen sind finanzielle Sorgen, Perspektivlosigkeit, Überlastung. Das führt zwangsläufig zu psychischen Belastungen und so ist jeder vierte Landwirt bzw. jede vierte Landwirtin Burnout-gefährdet. Depressionen und Burnout sind bei der SVLFG der zweithäufigste Grund für Erwerbsminderungen. Diese Zahlen sollten uns alarmieren.

Landwirtschaftliche Familienberatungen, Sorgentelefone und nicht zuletzt der Hausarzt bzw. die Hausärztin sind wichtige erste Ansprechpersonen in Krisensituationen. Ich wünsche mir, dass viel mehr landwirtschaftliche Familien frühzeitig Unterstützung suchen und nicht erst dann, wenn nichts mehr geht. Psychische Erkrankungen bei Landwirtinnen und Landwirten dürfen kein Tabuthema sein.

Ina Janhsen, Präsidentin Niedersächsischer Landfrauenverband Weser-Ems e.V.

Vor diesem Hintergrund blicke ich auch auf die Beschlüsse der Zukunftskommission Landwirtschaft, die nach vielen Diskussionen einen gangbaren Weg zum Umbau der Landwirtschaft hin zu mehr Umwelt- und Tierschutz aufzeigen. Landwirtinnen und Landwirte sollen dabei fair für ihre Leistungen für die Gesellschaft entlohnt werden. Damit eröffnet sich eine neue Perspektive für die Landwirtschaft. Allerdings kommt es darauf an, ob und wie die Politik die Beschlüsse letztlich umsetzt. Ein Prozess, an dem wir Landfrauen uns gerne beteiligen werden.

Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang die Niedersächsische Ernährungsstrategie, die vom Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen mit vielen Fachleuten aus verschiedenen Verbänden erarbeitet wurde. Das Papier zeigt auf, wie die komplexen Herausforderungen der Transformation der Ernährung vom Acker bis auf den Teller angegangen werden können. Die Ernährungsstrategie wird ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Landwirtschaft und die Wertschätzung der landwirtschaftlichen Produkte sein.

Lassen Sie uns trotz alledem mit Zuversicht und Optimismus an den Lichtern der Weihnacht erfreuen. Ich wünsche uns allen ein friedvolles und vor allem gesundes Weihnachtsfest mit Gottes Segen für das neue Jahr!

Ihre 

Ina Janhsen,
Präsidentin Niedersächsischer LandFrauenverband Weser-Ems e. V.

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