Großmutter beim Spiel mit Enkeltochter
Meinung | Leserstimmen | am

Meine Oma ist keine Umweltsau

Das Satirelied „Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau“ des WDR hat viele Leser bewegt. Uns erreichten dazu in den vergangenen zwei Wochen zahlreiche Zuschriften.

Das Satirelied „Meine Oma ist ´ne alte Umweltsau“ sorgte für viel Aufregung. Der Kinderchor des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hatte die satirische Version des Kinderliedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorad“ vor Kurzem eingesungen.

Auch LAND & FORST-Chefredakteurin Maren Diersing-Espenhorst ärgerte sich über das Lied: „Ja, wir haben in Deutschland das Recht unsere Meinung zu sagen und dafür bin ich dankbar. Aber anscheinend haben die Kollegen beim WDR vergessen, dass es unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern waren, die dafür Sorge trugen, dass wir dieses Recht überhaupt ausüben dürfen. Denn vor über 70 Jahren sah das, weiß Gott, noch ganz anders aus.“

Den vollständigen Kommentar lesen Sie hier.

Viele unserer Leser hat dieses Thema ebenfalls berührt. An dieser Stelle möchten wir Ihnen Auszüge aus den Briefen vorstellen, die uns in den vergangenen beiden Wochen erreicht haben.

Das sagen LAND & FORST-Leser:

Es kann nicht sein, dass Personen unter dem Vorwand, das ist Satire, schwerste Beleidigungen ertragen müssen. Satire soll die Menschen zum Lachen und Schmunzeln bringen, sie soll aber niemals beleidigen. Im Originaltext “Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ wird zum Beispiel gesungen: „Meine Oma hat ne Brille mit Gardinen oder im Strumpfband einen Revolver.“ Aber immer: „Meine Oma ist ne ganz perfekte Frau.“ Sie ist eben keine Umweltsau.

Heinrich L., Pattensen/Reden

 

Ich bin auch so eine „alte Sau“ mit 88 Jahren, fühle mich aber über so viel Dummheit erhaben. Als der Krieg begann, war ich sieben Jahre alt. Meine Heimatstadt Wilhelmshaven wurde schon in den ersten Kriegstagen von Bombenangriffen erschüttert.

Ich denke noch manchmal abends: Du kannst jede Nacht durchschlafen, ohne Alarm und Todesangst im Bunker, wo der Sauerstoff schon knapp wurde, die Menschen schrien und beteten.

Marianne V., Coppenbrügge

"Beleidigung unserer Mütter und Großmütter"

Das ist keine Satire, sondern eine Beleidigung und Verunglimpfung von Frauen, nämlich unserer Mütter und Großmütter, die die in der Nachkriegszeit und auch heute noch Ressourcen auf allen Gebieten ausgeschöpft haben, um sparsam ihre Familien zu versorgen (und umweltschonend).

Die Kinder, die das Lied mit Begeisterung singen, können den Inhalt nicht verstehen, aber wenn sie erwachsen werden, bekommen sie vielleicht eine falsche und verletzende Einstellung zu dieser „Oma-Generation“.

Ingeborg R., Badbergen-Wehdel

 

Ich bin Jahrgang 1940 und kann nur bestätigen, dass wir sparsam sein mussten. Uns wurde nichts geschenkt. Wir kannten es ja alles nicht anders. Wir gingen zu Fuß zur Schule. Die Kleidung wurde von den älteren Geschwistern nachgetragen. Aber wenn dieses Lied Satire sein soll, verstehe ich die Welt nicht mehr. Wir Alten werden nur noch verhöhnt. Das kann es doch wohl nicht sein.  

Irmgard N., Hemsloher Bruch

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