Rindermuseum-Venne-Michael-Brockmann
Alexandra Lüders | am

Kuhfladen: Fundament der Hochkultur

Ein Herz für Wiederkäuer: Tierarzt und Biologe Michael Brackmann zeigt im Venner Museum 3.000 Exponate von Rindern aus fünf Kontinenten. In Führungen klärt er über die historisch-wissenschaftliche Bedeutung des Rindes auf.

Nach 40-jähriger Sammeltätigkeit hat Michael Brackmann einen Fundus von 3.000 Exponaten aus aller Welt zusammengestellt und präsentiert ihn seit zwei Jahren auf 90 Quadratmetern in der historischen Wassermühle in Venne im Osnabrücker Land. "Der Kuhfladen ist das Fundament der Hochkultur", behauptet der promovierte Tierarzt und Biologe.

Historische Bedeutung

Die Schau wurde von ihm ein Jahr vorher fachkundig unter der Schirmherrschaft der Stiftung "Kühe-Kunst-Kulturen" eingerichtet. Jetzt können Besucher hautnah nachvollziehen, wie der Mensch zum Rind kam. Denn der 70-Jährige zeigt keine Folklore oder kitschige Mitbringsel, sondern klärt über die historisch-wissenschaftliche Bedeutung von Rindern auf. Der Heimat- und Wanderverein Venne hatte die Treuhandschaft für dieses in Europa einzigartige Museum übernommen und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Schon im ersten Jahr (trotz Corona-Pandemie) kamen viele Besucher aus ganz Deutschland. "Die Kuh ist für uns so alltäglich, dass man nicht bedenkt, welche Bedeutung sie seit der neolithischen Revolution für den Menschen hat", verweist Michael Brackmann auf die Ursprünge der Landwirtschaft.

100 Rassen im Museum

Als in der Jungsteinstein vor etwa 9000 Jahren Ackerbau und Viehzucht begonnen habe, hätten Rinder von Anfang eine große Rolle gespielt, erzählt er. Denn der Kuhfladen habe als Dünger gedient, ohne den der Mensch weiter als Nomade hätte leben müssen. "In Indien haben die Kuhfladen noch heute eine große Bedeutung. Da sie der häuslichen Energieversorgung dienen, werden sie auf Straßen und Weiden gesammelt. Ihre jährliche Gesamtmenge entspricht energetisch etwa 8,5 Millionen Tonnen Holz oder 6,4 Millionen Tonnen Steinkohle", so der Tierarzt. In seinem Museum lenkt Brackmann den Fokus auf rund 100 Rassen. "Ich bin immer nur dahin gefahren, wo es Kühe gab. Zusätzlich brachten Freunde Objekte aus Madagaskar, Indien, Indonesien, Kuba, China und Kolumbien mit. Außderdem wurde ich in Ethnoshops, bei der Expo und auf Flohmärkten fündig", erinnert er sich an die Herkunft seiner Sammelobjekte.

Sarg in Kuhform

Nun ist seine Sammlung reich angefüllt mit Hufen, Hörnern, Keramik, Leder, Fellen, Knochen, Schmuckdecken, Kuhglocken, Stirnschmuck, Gespann-Zubehör und vielem mehr. Laut Brackmann haben Rinder die Menschen schon in der Frühgeschichte fasziniert, wie deren mehr als dreißigtausend Jahre alte Darstellungen in den Höhlen von Lasceaux und Altamira belegen. Seitdem hätten Kühe und Stiere Künstler immer wieder neu inspiriert. Eine Fülle von Zeugnissen ihres Schaffens ist im Rindermuseum zu bewundern. Auch Werke der Volkskunst wie die AloAlostelen aus Madagaskar, ein Segelschiff aus Horn sowie ein kleiner balinesischer Sarg in Kuhform zeigen hier die enge Kuh-Verbundenheit des Menschen von der Wiege bis zum Grab. Die musealen Artefakte in den verschiedensten Stilrichtungen stammen aus unterschiedlichen Epochen.

Den ganzen Beitrag über das Rindermuseum von Brackmann lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der LAND & FORST 40/21. 

Inhalte der Ausgabe

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