Die Krippenfiguren im Osnabrücker Dom.
Hilke Lehmann | am

Osnabrück: 100-jährige Krippe im Dom begeistert Besucher

Eine Krippe mit fast lebensgroßen Figuren gibt es in jeder Weihnachtszeit im Osnabrücker Dom und das seit 100 Jahren.

Die ersten vom Bildhauer Jakob Holtmann geschnitzten Figuren zogen 1919 in den Osnabrücker Dom ein. Dieses Jubiläum haben die Verantwortlichen des Diözesanmuseums zum Anlass genommen, gemeinsam mit dem Verein der Krippenfreunde Osnabrück-Emsland e. V. dem Schaffen Holtmanns eine Ausstellung zu widmen.

Bis zum 2. Februar 2020 ist die Schau noch gleich neben dem Dom im Diözesanmuseum zu sehen (hier ein kleiner Einblick).

43 Krippenfiguren in liebevoller Kleinarbeit

Seit vielen Generationen erfreuen sich nun schon Kinder und Erwachsene, die in der Weihnachtszeit den Osnabrücker Dom besuchen, an der Krippe mit ihren teilweise fast lebensgroßen und liebevoll ausgearbeiteten Figuren. Wie viel Arbeit dahinter steckt, bis sie pünktlich zu Heilig Abend steht, wissen wohl nur die Wenigsten: Knapp eine Woche lang sind der Küster und seine Helfer auch dieses Jahr wieder damit beschäftigt, um die Szenerie rund um die Weihnachtsgeschichte aufzubauen - mit den zunächst 43 Figuren in liebevoller Kleinarbeit. Kaspar, Melchior und Balthasar folgen dann zum Dreikönigstag.

Es begann vor 100 Jahren

Begonnen hat alles vor genau 100 Jahren mit der Heiligen Familie, Hirten und Schafen, die zum Weihnachtsfest 1919 erstmals in der Kapelle unter dem großen Turm des Osnabrücker Doms platziert wurden. Die Figuren aus Eichenholz wurden von Jakob Holtmann (1863 – 1935) geschnitzt. Er war 1914 von Kevelaer nach Osnabrück gekommen.

Auf Initiative des späteren Erzbischofs Wilhelm Berning hatte er die Nachfolge des verstorbenen Dombildhauers Heinrich Sieling angetreten und sich auch in dessen Werkstatt in der Osnabrücker Herderstraße niedergelassen. Zu der Zeit war Holtmann bereits bekannt und erfolgreich: So beschäftigte er um 1925 schon eine Reihe von Schnitzern, Ornamentierern, Malern und Tischlern.

Spannend wie ein Krimi

Die Schau zum Thema im Diözesanmuseum, die bis zum 2. Februar 2020 zu sehen ist, sollten Sie nicht verpassen. „Als wir vor einem Jahr begonnen haben, uns mit der Thematik zu beschäftigen, haben wir festgestellt, dass es wenig historisches Material dazu gibt“, berichtet der Direktor des Diözesanmuseums, Dr. Hermann Queckenstedt. „Es war eine spannende Suche, fast wie ein Krimi“, ergänzt Ausstellungskuratorin Friederike Dorner.  Und so forschten Queckenstedt, Dorner und weitere Mitarbeiter wie Detektive, um Informationen zu bekommen.

Ein Glücksfall war, dass sich nach einer Publikation zum Thema ein Verwandter des damaligen Domkapitulars meldete, der im Besitz eines Tagesbuches des Geistlichen ist. „Aus seinen Aufzeichnungen geht hervor, dass er die Figuren anfangs ‚schrecklich‘ fand“, so Queckenstedt. Anscheinend habe er sie nach und nach aber doch lieb gewonnen, denn er sammelte Geld, um weitere Figuren von Holtmann ankaufen zu können.

Zum Schluss ein Tipp: Wer die Heiligen Drei Könige hautnah bewundern möchte, sollte bis zum 5. Januar in die Ausstellung gehen, denn pünktlich zum Dreikönigstag werden sie in die Domkapelle „wandern“.

Mit Material von Diözesanmuseum OS/Pentermann (Foto)

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