Aal im Wasser
Janina Schuster | am

Osnabrück: 30.000 Euro für die Rettung des Aals

Angler sitzen an Flüssen und Teichen und fischen. So jedenfalls lautet die landläufige Meinung. Doch Angler tun mehr als nur das: sie setzen sich aktiv für den Natur- und Artenschutz ein. Wie jüngst geschehen für den Aal.

Der Aal steht auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. Das ist insofern verwunderlich, als dass er vor rund 100 Jahren noch reichlich aus norddeutschen Gewässern gefischt wurde. Seit 1989 hat die Zahl der natürlich aufsteigenden Glasaale – so nennt man die jungen Aale – in Deutschland um rund 90 Prozent abgenommen. Statt der 50.000 Aale, die in Fischerhude im 18. Jahrhundert noch in den Netzen landete, sind es heute bei Bremen rund 150 Stück pro Jahr. Die Elterntiere ziehen von Europa und Nordafrika bis in die Bermudas, südlich von Kalifornien. Dort laichen sie und versterben. Die Jungtiere werden im Larvenstadium mit dem Golfstrom vor die Küsten Europas gebracht und verteilen sich dort, erklärt der Sprecher des Anglerverbandes Niedersachsen, Florian Möller. So jedenfalls sei es einmal gewesen. Denn viele der jungen Aale erreichen ihr Ziel nicht mehr.

Angler setzen Aale bei Osnabrück aus

Durch bauliche Veränderungen, wie Stauwerke oder Wasserkraftwerke, könnten die Aale kaum noch stromaufwärts von der Nordsee in die Binnengewässer wandern, sagt Harry Ferch, Vorstandsmitglied der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung (NWA). Die NWA zählt 10.000 Mitglieder und ist somit der größte Mitgliedsverein des Anglerverbands Niedersachsens. Die NWA zeigt sich auch verantwortlich für eine Natur- und Artenschutzaktion in den niedersächsischen Binnengewässern. Dutzende Angler setzten vergangenen Freitag Tausende von jungen Aalen zwischen Osnabrück und Diepholz in Hase, Hunte und anderen Flüssen und Bächen aus. Alles im Namen des Artenschutzes.

Anglerverein investiert jährlich in den Artenschutz

Insgesamt werden 350.000 Aale ausgesetzt. Kostenpunkt für die 340 Kilogramm Fisch: etwa 30.000 Euro. Davon wird ein Teil von der NWA übernommen, ein Teil vom Land Niedersachsen und der Europäischen Union. Den Rest übernehmen die Angler, so auch das Aussetzen. Das niedersächsische Aalförderungsprogramm läuft bereits seit zehn Jahren. Die NWA setzt bei den Aktionen nicht nur Aale aus. Auch andere bedrohte Fischarten werden ausgesetzt, um das Ökosystem zu stabilisieren. Dafür gibt der Verein pro Jahr rund 150.000 Euro aus.

Mit Material von dpa
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