Otte-Kinast mit T. Staack und H. Dierkes
Christa Diekmann-Lenartz | am

Osnabrück: Bauern fordern Konsens für Schweinehaltung

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) forderte auf ihrer Mitgliederversammlung in Osnabrück ein Gesamtkonzept für die zukünftige Schweinehaltung.

Die Schweineproduktion in Deutschland befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Gefordert ist nicht nur mehr Tierwohl in den Ställen, es geht ebenso um mehr Umwelt- und Klimaschutz. ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes betonte am gestrigen Dienstag, dass die Schweinehalter bereit seien, die notwendigen Veränderungen in ihren Ställen anzugehen. 

Dierkes sieht eine nationale Nutztierstrategie als den richtigen Weg, um die verschiedenen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Auch weil es viele unterschiedliche Vorstellungen darüber gebe, wo die Schwerpunkte zu setzen seien. Die gestern in Berlin vorgestellten Vorschläge des Kompetenzzentrums Nutztierhaltung begrüßte er als eine gute Diskussionsgrundlage dazu. 

Tragfähiges Finanzierungsmodell unerlässlich

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast war beim ISN zu Gast. Mit ihr war sich Dierkes einig: Zu einem Gesamtkonzept gehörten auch tragfähige Finanzierungsmöglichkeiten. Zu einem Umbau der Tierhaltung sei viel Geld nötig - und dieses müsse irgendwo herkommen. Entweder vom Markt oder aus öffentlichen Mitteln. 

Dierkes brachte es auf den Punkt: „Landwirte sind Unternehmer und Unternehmer brauchen Gewinne.“

Strukturbrüche sollen unbedingt vermieden werden

Otte-Kinast betonte, dass mit einer Nutztierstrategie in Niedersachsen Strukturbrüche unter allen Umständen vermieden werden sollen, auch für die ländlichen Räume. In den Veredlungsregionen müssten vor Ort die verschiedenen Interessen in Einklang gebracht werden.

Die Ministerin kündigte einen jährlichen "Tierhaltungsbericht" an, den es analog zum Nährstoffbericht geben solle. Dieser solle transparent über die Entwicklungen informieren. 

Ferkelerzeugung mit einbeziehen

Die Ferkelerzeugung müsse bei Extrazahlungen für mehr Tierwohl mit einbezogen werden; dies sei unabdingbar. Ansonsten sieht Dierkes die Gefahr, dass die Sauenhaltung in Deutschland noch massiver wegbrechen werde. 

Er hofft in diesem Sinne auf praxisorientierte Entscheidungen am kommenden Freitag bei der Entscheidung des Bundesrates zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Diese betrifft in erster Linie neue Regelungen zur Sauenhaltung.

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