Wolf streift durch den Wald

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Janina Schuster | am

Osnabrück: neue Heimat für Wölfe?

In Belm nahmen Sichtungen von Wölfen zuletzt zu und die Hinweise, dass es sesshafte Wölfe im Raum Osnabrück geben könnte, verdichten sich.

In den letzten sechs Monaten gab es zahlreiche Hinweise aus der Region Belm, die darauf hinweisen, dass sich dort Wölfe niedergelassen haben. "Das ist eine neue Dimension", stellt in dem Zuge auch Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann fest. Er findet es spannend, wie weit sich der Wolf dem Menschen annähert. Die Tiere wurden von erfahrenen Jägern immer wieder gesehen. Manche sollen sogar direkt an Grundstücken entlanggelaufen sein oder standen in Einfahrten von Grundstücken. Auch wurden dem Jäger vermehrt Wildtierrisse gemeldet. "Das deutet auf Wölfe hin, denn diese müssen ja fressen", so Meyer Lührmann.

Zwei oder drei Wölfe?

Bislang ist nicht klar, um wie viele Wölfe es sich genau handelt. Meyer Lührmann berichtet, dass in der letzten Meldung die Rede von zwei Wölfen war. Er vermutet dahinter ein Wolfspaar. Wolfsberater Arndt Eggelmeyer sieht das anders. Aus seiner Sicht handele es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit um Einzeltiere". Doch egal, wessen Meinung sich am Ende durchsetze, über eines herrscht Einigkeit: es sei ein Novum, dass sich diese Tiere offenbar dauerhaft so nahe bei den Menschen aufhalten, so Meyer Lührmann.

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Wo es bislang Wolfssichtungen gab

Die bisherigen Wolfssichtungen im Landkreis Osnabrück konzentrierten sich auf das Gebiet Bippen und Berge. Die Wölfe ließen sich jedoch einem Rudel aus Gebiet einer Gemeinde Herzlake (Emsland) zuordnen. Zu diesem Rudel gehörte auch ein junger Wolf, der 2020 im Kreisgebiet fotografiert wurde. Meyer Lührmann bezeichnet dieses Bild als "historisches Ereignis", da es dem ersten Wolfsnachwuchs im Landkreis Osnabrück seit Jahrhunderten zeigte und dokumentiere. Eine zwei Jahre alte Wölfin verendete im April 2021 bei einem Unfall. Zwei Monate nachdem eine Fähe erschossen wurde, die für diverse Tierrisse verantwortlich gewesen sein soll.

So wählen Wölfe ihr Revier aus

Zwischen zwei und drei Jahren werden Wölfe aus ihrem Rudel verstoßen und müssen sich ein neues Revier suchen. Man geht davon aus, dass die bei den in Belm gesichteten Wölfen der Fall sein könnte. Das neue Revier wird nach Nahrungsangebot ausgewählt, erklärt Experte Eggelmeyer. Wie Füchse auch, seien Wölfe Kulturfolger, sagt er. Das bedeutet, dass sie dort gute Lebensvoraussetzungen vorfinden, wo Menschen eine kultivierte Landschaft geschaffen haben. Da Osnabrück von Wölfen bislang nicht besiedelt wurde, ist die Chance groß, dass sich die Tiere das Umland als Revier erschließen.

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Noch gibt es keine Welpen in Osnabrück

Ist dies einmal geschehen, liegt der Fokus auf Fortpflanzung. Bekommt ein Wolfspaar Welpen, sprechen Experten von einem Rudel. Bislang ist das noch nicht geschehen. Das besagen Fotofallen, in die noch kein Nachwuchswolf gegangen ist. Meyer Lührmann glaubt, dass dies frühstens in einem Jahr passieren könnte. Doch das ist nur eine Möglichkeit. Manche Wölfe leben über ein Jahr lang in einem Gebiet und verschwinden dann spurlos, berichtet er. Es bleibe also nur abzuwarten, ob sich die Tiere niederlassen oder nicht.

Mit Material von noz
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