Mutter und Tochter sind ehrenamtliche Nikoläuse.
Margot Bischof | am

Osnabrück: Seit über 50 Jahren ist Marita Maibaum Nikolaus in Bad Laer

Jahrzehntelang war Marita Maibaum ehrenamtliche Nikoläusin im Osnabrücker Land und brachte am 6. Dezember nicht nur Kinderaugen zum Leuchten mit selbstgebackenen Keksen. Nun gehen die Nikoläusinstiefel an ihre Tochter Melanie Grove.

Wenn der Nikolaus irgendwo ein Zuhause hat, dann wohnt er wohl in Bad Laer. In dem beschaulichen Kurort im Landkreis Osnabrück steht ein Haus, das schon seit November im vorweihnachtlichen Glanz erstrahlt. Drinnen drückt Marita Maibaum den Mürbeteig in die Holzmodel. Ihre Tochter und ihre Nachbarin helfen  dabei, denn es werden große Mengen benötigt für den Mann im roten Gewand. 200 gefüllte Tüten verteilt er im Dorf, um Kindern und Erwachsenen am Nikolaustag eine Freude zu bereiten.

Nikolaus sein ist ihre Lebensaufgabe

Eigentlich muss es Nikoläusin heißen, denn hier ist eine Frau unterwegs und verteilt die Geschenke. Doch wenn man Marita Maibaum in ihrem roten Gewand sieht, ist man sich nicht so sicher. Einzig ihre Stimme könnte sie verraten. Vor zwei Jahren hat sie ihr 50-jähriges Jubiläum in dem Ehrenamt gefeiert. Nun möchte sie die Aufgabe ganz ihrer Tochter anvertrauen. Doch sich zu verabschieden fällt ihr nicht leicht. „Darauf freue ich mich das ganze Jahr“, schwärmt sie. „Das ist meine Lebensaufgabe.“

Alle Schwestern waren mal Engel

Der Nikolausbesuch hat hier eine lange Tradition. Die wird in der Familie von Marita Maibaum schon über Generationen gepflegt. Und das Besondere: Immer war es eine Frau, die das Kostüm trug. So ging schon die Mutter durch das Dorf und besuchte die Kinder. Ihre Schwestern begleiteten die Mutter zunächst als Engel. Sie kam als elftes Kind auf die Welt und übernahm die Aufgabe als letzte. „Als meine Mutter dann erkrankte, bin ich eingesprungen“, fährt die 67-Jährige fort. Zu der Zeit konnte es auch noch passieren, dass die Mäuse ein Loch in das wertvolle Gewand fraßen. „Das wurde dann mit einer goldenen Schleife verdeckt.“ 

Nun wird die Tochter das Nikolaus-Amt übernehmen

Sich den Fußstapfen der Mutter anzunähern hat Tochter Melanie Grove schon vor vielen Jahren begonnen. „Als ich so 10 Jahre alt war und nicht mehr an den Nikolaus glaubte, habe ich meine Mutter als Engel begleitet“, berichtet die 40-Jährige. Mutter und Tochter unterscheiden sich durch ihre Kostüme. Marita Maibaum trägt ein rotes Gewand, das ihre Schwester vor 40 Jahren nähte. Bei Melanie überwiegt weißer Stoff. Die Requisiten Mitra und Hirtenstab dürfen auf keinen Fall fehlen. „Für uns ist es wichtig, dass es der Bischof ist und nicht der Weihnachtsmann“, betonen die Frauen. Wenn sie sich einkleiden, ist es für beide ein Ritual. 

Die Nikoläusinnen ziehen von Tür zu Tür zu den Kindern

Die Plätzchen sind schon bereit, auch ein Zettel ist dabei. Heimlich legt der Nikolaus ihn in das goldene Buch. Damit tritt er vor die Tür und die Engel klingeln.. Die ängstlichen Kinder ziehen sich erstmal zurück und die Mutigen sprechen den Nikolaus an: „Aber immer ist da dieses Sternenleuchten in den Augen der Kinder, das beglückt mich das ganze Jahr hindurch“, schwärmt Marita Maibaum und erinnert sich an lustige Begebenheiten, wenn aus den Kinder plötzlich Fragen herausschießen: „Ist der Nikolaus gar nicht verheiratet?“, oder, „Ist das nicht Maibaums Marita?“ Dann sagen sie artig ihre Gedichte auf und singen gemeinsam die Lieder.

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