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Charlotte Meyer | am

Osnabrück: Der Traum vom sanierten Resthof

Viel Liebe zum Detail stecken Charlotte Rothert und Daniel Marinkovic in die Restauration eines verfallenen Ammerländer Resthofs. Was für viele nur abrissreif aussieht, hat für die beiden Potential zum Traumhaus.

"Sie haben ihr Ziel erreicht", schallt es aus dem Navigationsgerät. Doch zu sehen ist durch die Frontscheibe des Autos nur ein kleiner Schotterweg, der sich nach rechts in ein Wäldchen schlängelt und eher nach afrikanischem Outback aussieht als nach einer Einfahrt.

Von abrissreif zu bewohnbar - ein langer Weg

"Wenn Freunde hier das erste Mal herkommen, sind sie erst begeistert von der langen Einfahrt und den Bäumen. Aber spätestens, wenn sie den Hof sehen, werden sie sprachlos. Und das nicht, weil es so schön ist", erzählt Charlotte Rothert lachend. Gemeinsam mit ihrer Familie hat sie in Talge im Landkreis Osnabrück einen 1549 erbauten Resthof gekauft, der auf den ersten Blick vor allem eins zu sein scheint: marode, völlig verfallen und dem Abriss näher als der Bewohnbarkeit. Einzig der gut erhaltene vordere Artländer-Giebel lässt erahnen, was für ein imposantes Gebäude hier einst stand.

Viel Potenzial im alten Resthof

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Doch Charlotte Rothert und Daniel Marinkovic sahen das Potenzial in der Immobilie und kauften im vergangenen Jahr den ehemals als "Hof Flatemersch" bekannten Betrieb. Die letzten Bewohner des Hofes, zwei inzwischen verstorbene Brüder, waren Flohmarkthändler und hatten den kompletten Hof völlig zugemüllt hinterlassen. "In den Räumen stand alles voll", erzählt die im Nachbarort Nortrup lebende Charlotte Rothert. Insgesamt haben sie schon über 100 Tonnen Müll von dem Hof entsorgt.

Die beiden Jungunternehmer arbeiten viel. Charlotte Rothert ist landwirtschaftliche Unternehmensberaterin und gründete im vergangenen Jahr eine Plattform, die Webinare und Videokurse für Landwirte und ihre Mitarbeiter erstellt. Daniel Marinkovic ist selbstständiger IT- und Onlinemarketing Spezialist.

Hilfe bei der Sanierung des alten Hofs

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Für die Landwirtin ist die Arbeit auf dem Hof der passende Ausgleich: "Wir arbeiten Montag bis Freitag, oft auch nachts. Da ist es umso schöner, wenn man samstags gemeinsam mit der Familie richtig physisch etwas schaffen kann." Auch wenn ihnen und der Familie abends häufig die Knochen schmerzen und ihre Hände mit Schwielen und Rissen übersät sind − daran, das Projekt aufzugeben, haben die beiden nie gedacht.

Aber sie haben Hilfe beim Ausbau des Hauses: "Ohne den Rückhalt von Charlottes Eltern und deren Fachwissen hätten wir uns nie an das Projekt gewagt", so Daniel Marinkovic. Charlotte Rotherts Eltern haben in der Vergangenheit bereits drei Höfe restauriert und auch dieses Mal sind sie mit von der Partie: Eine circa 200 Meter entfernt liegende weitere Hofstelle gehört ihnen und befindet sich im Umbau zu vier Mietswohnungen. Die Vorliebe für Fachwerkhäuser scheint in der Familie zu liegen, denn auch der Cousin der Jungunternehmerin ist Dachdeckermeister und hat sich auf den Aufbau und die Sanierung von Fachwerkhäusern spezialisiert.

Weihnachten 2022 im sanierten Hof feiern

Aber der Weg bis dahin ist noch weit, bisher hat das Grundstück weder Strom, noch Wasser oder schnelles Glasfasernetz.

Trotzdem haben sie ein klares Ziel vor Augen - Weihnachten 2022 in den eigenen vier Wänden feiern. Das Paar ist sich einig: "Ende 2022 sagen zu können: Wir sind jetzt in unserem Zuhause. Das ist unser Traum."

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