Maissilage auf einem Traktor.
Ellen Hartmann | am

Osnabrück: Viehfutter für Hochwasser-Opfer

Unternehmer Paul Harwerth war in fleißig in den letzten Tagen. Eine Woche hat er mit seinem Lkw im Hochwassergebiet Ahrtal in Nordrhein-Westfalen verbracht. Mit dabei: Futterspenden.

Dem Unternehmer aus Glandorf im Landkreis Osnabrück war es ein Anliegen, den Landwirtinnen und Landwirten vor Ort zu helfen. Auf deren Situation aufmerksam wurde Harwerth durch den Lohnunternehmer Markus Wipperfürth, der über sein Facebook-Profil bereits von Tag eins der Flutkatastrophe aus NRW und Rheinland-Pfalz berichtete. 

Ein Unternehmer setzt sich für Landwirte ein

"Sie hatten Pferdefutterspenden gesammelt und suchten jemanden, der die Spende nach Erftstadt bringt", erklärt Harwerth gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), wie er zum Einsatz kam. Doch da der Lkw nicht ausgelastet warm machte sich der 52-Jährige kurzerhand selbst auf die Suche nach Futterspenden. In den Sozialen Netzwerken rief er deshalb dazu auf, Stroh und Heu zu sammeln und für die Landwirte im Katastrophengebiet zu spenden. "Ich habe ja mein Handy schon oft leer telefoniert, aber noch nie leer getippt", so Harwerth über die zahlreichen Nachrichten, die ihn nach seinem Aufruf erreicht haben. Spenden kamen nicht nur aus dem Landkreis Osnabrück, sondern auch darüber hinaus. 

Chaotische Zustände im Katastrophengebiet

Bereits vor einer Woche ist der erste Lkw beladen. Im Vorfeld hatte Harwerth extra Kontakte zu Landwirten in der Umgebung geknüpft, um die Spenden direkt abliefern zu können. "Ich wollte das nicht über die großen Hilfsorganisationen machen." Denn die seien bereits mit der Versorgung der Menschen überlastet. Auch sei es schwierig gewesen, überhaupt nach Ahrtal zu kommen. Aufgrund der "chaotischen" Zuständen vor Ort hätten Polizei und Bundeswehr viele Helfer gar nicht erst in die Region gelassen. Nur weil Harwerth konkrete Adressen n Erftstadt hatte, konnte er weiterfahren. "Da fährt man mit dem Laster acht Kilometer eine schmale Gemeindestraße entlang und steht dann plötzlich vor einer Sperre, weil die Straße zerstört ist", sagt der Glandorfer über die dortigen Straßen. 

Große Freude über die Spenden

Wie sehr sich die Landwirte gefreut haben, kann Harwerth gar nicht in Worte fassen. Aber: "Die Menschen hatten Tränen in den Augen." Vielerorts seien die gesamten Futtervorräte durch das Hochwasser vernichtet oder weggespült worden. "Auf die Weide stellen konnten viele Betroffene ihre Tiere auch nicht, weil entweder die Zäune oder die ganze Weide weggespült wurde", so der 52-Jährige weiter. Unfassbar sei für ihn auch die Zerstörung gewesen: "Das ist nochmal ganz anders, als wenn man das in einem Video sieht. Ich war wirklich geschockt." Neben Harwerth sei auch noch ein weiterer Mitarbeiter des Unternehmers ins Krisengebiet gefahren. Denn 159 Quader- oder Rundballen Heu, Silage und Stroh von elf Spendern mussten ihr Ziel erreichen. Jetzt wartet in Glandorf bereits Nachschub, eine weitere Tour mit Viehfutterspenden ist geplant. 

Mit Material von NOZ
imago0125791537h.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Die Zuckerrübenernte ist gestartet!
  • Vorstellung der Waldstrategie 2050
  • Kartoffelfeldtag in Dorstadt: Anbauverfahren und Pflanztechnik
  • Digitalisierung im Kuhstall

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen