Blick in Geflügelstall
Janina Schuster | am

Osnabrück: Vogelgrippe in Putenmastbetrieb ausgebrochen

Während im Landkreis Osnabrück ein Stall mit 12.000 Puten mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert ist, wird in Hamburg auf dem Fischmarkt eine Möwe mit dem Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 gefunden.

Die Vogelgrippe ist weiter auf dem Vormarsch. Im Landkreis Osnabrück müssen 12.000 Puten aus einem infizierten Putenmastbetrieb geschlachtet werden. Am Montag (15. November) wurde amtlich festgestellt, dass die Puten mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus infiziert sind. Nun steht die Schlachtung für alle Tiere an. Um den Betrieb wurde eine Sperrzone von 13 Kilometern eingerichtet. In vielen Landkreisen Niedersachsens gilt bereits eine Stallpflicht. In Osnabrück hingegen soll es diese außerhalb der Sperrzone aktuell nicht geben. "Zunächst gilt die Stallpflicht nur für Geflügelbestände in der Sperrzone (inneren Schutzzone und Überwachungszone), die auf Grund des Ausbruchs der Geflügelpest in dem Putenbestand eingerichtet wird", teilte Landkreis-Sprecher Burkhard Riepenhoff mit. "Darüber hinaus wird aktuell von einer Anordnung der Stallpflicht abgesehen." 

Aufstallpflicht hätte an Ausbruch nichts geändert

Für eine Stallpflicht müsse zunächst eine Risikobewertung des Landkreises stattfinden. "Dabei wird bewertet, ob die Gefährdung der Geflügelbestände durch möglicherweise infizierte Wildvögel beispielsweise durch virushaltigen Kot so groß ist, dass die Aufstallung zum Schutz vor der Seuche erforderlich ist und die damit verbundenen Einschränkungen und Nachteile für die Tiere und Tierhaltungen in Kauf genommen werden müssen", so der Sprecher. Da der Ausbruch in einem geschlossenen Bestand auftrat, hätte eine Aufstallpflicht an dem Auftreten des Falles nichts geändert. Die Risikobewertung würde laut Landkreis stetig angepasst.

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Warum die Vogelgrippe wieder auf dem Vormarsch ist

Deutschlandweit nimmt das Ausbruchsgeschehen der Geflügelpest wieder zu. Das liegt einerseits an den kühleren Temperaturen und andererseits am Vogelzug. "Die aktuelle Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 26. Oktober stuft das Risiko einer Ausbreitung des Geflügelpesterregers bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel in Deutschland als hoch ein", berichtet Riepenhoff.

Ausbruch auf dem Hamburger Fischmarkt

Das passt auch zum aktuellen Fund in Hamburg. Dort wurde auf dem Fischmarkt eine Möwe gefunden, bei der das Geflügelpestvirus des Subtyps H5N1 nachgewiesen werden konnte. Ganzjährig werden in Hamburg Untersuchungen zur Früherkennung der Vogelgrippe vorgenommen. Aufgrund der aktuellen Situation wurde das Wildvogelmentoring noch einmal verstärkt. Der Landkreis Osnabrück geht noch einen Schritt weiter und gibt weitere Hinweise für Geflügelhalter: "Futterlager und Einstreulager sollten vor Wildvögeln geschützt werden, so dass dort kein Wildvogelkot hinterlassen werden kann. Die Aufstallung kann auch freiwillig erfolgen. Dies bietet sich etwa für Geflügelhaltungen mit gut ausgestatteten Schutzvorrichtungen an, in denen die Tiere geschützten Auslauf haben mit einem geschlossenen, vogelkotdichten Dach und Seitenwände, die so dicht sind, dass Vögel nicht hineingelangen können. Beim Betreten der Stallungen sollte das Schuhwerk gewechselt werden, so dass kein Wildvogelkot in den Tierbereich eingetragen wird. Der Zugang von Geflügel zu Fließgewässern und Teichen, zu denen auch Wildvögel Zugang haben, sollte unterbunden werden".

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