Zwergkaninchen auf einer Wiese mit bunten Eiern
Christel Grommel | am

Ostern: Eier und Lamm haben Konjunktur

Eier und Lamm sind zu Symbolen für Ostern geworden und kommen bei vielen Verbrauchern auch an den Feiertagen auf den Tisch. Wissenswertes und Aktuelles zu den beiden österlichen Lebensmitteln.

Ostern ohne Eier kann sich kaum jemand vorstellen, der das Fest traditionell feiern möchte. Daher haben Eier vor den Osterfeiertagen natürlich Hochkonjunktur - und zwar besonders weiße Eier. Das restliche Jahr über bevorzugen Verbraucher braune Eier. Um schöne bunte Eier zum Fest zu erhalten, eignen sich jedoch Eier mit weißer Schale am besten. Die Schale sollte zudem glatt sein, auf rauer Schale wird der Farbton weniger intensiv. Kleine Eier sind robuster und bekommen nicht so schnell Risse in der Schale.

Über die Farbe der Eier entscheidet die genetische Veranlagung des Huhns. Die Fütterung hat keinen Einfluss auf die Farbe. Abgesehen von der Farbe unterscheiden sich die Eier kaum. Qualität, Geschmack, Nährstoffe und Cholesteringehalt sind annähernd identisch.

Unabhängig von der Farbe greifen Verbraucher im Supermarkt überwiegend zu Eiern aus Bodenhaltung und mit zunehmender Tendenz zu Eiern aus Freilandhaltung und Eiern aus ökologischer Hennenhaltung.

Eier sind kleine Kraftpakete

Das Ei zählt mit zu den hochwertigsten Lebensmitteln überhaupt. Es ist eine Portion hochwertigen Eiweißes, das vom menschlichen Körper sehr gut verwertet werden kann. Ein Ei enthält zudem die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sowie Mineralstoffe. Das weiße oder braune Oval ist mit allen Nährstoffen ausgestattet, die ein Küken zur Entwicklung braucht.

Vitamin A sorgt für die Elastizität des Auges. Zudem unterstützt es das Immunsystem und ist für eine gesunde Haut wichtig. Bei den wasserlöslichen Vitaminen sind besonders die B-Vitamine herauszustellen. Vitamin B1, B2, B12 und Folsäure. Die „B-ler“ können einen guten Beitrag zur Versorgung von älteren Menschen, jungen Frauen und Vegetariern leisten.

Eier haben jedoch auch den Ruf, viel Cholesterin zu enthalten. Dies sind aber alte und missverständliche Informationen. Heute weiß man, dass das Cholesterin aus der Nahrung beim gesunden Menschen nur einen geringen Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat. Denn je mehr Cholesterin das Essen enthält, desto weniger wird von diesem Stoff vom Körper selbst produziert.

Nur Personen mit einer bestimmten angeborenen Stoffwechselstörung müssen streng darauf achten - wer jedoch gesund ist und weder Probleme mit dem Cholesterinspiegel oder dem Fettstoffwechsel hat, noch Diabetespatient ist, kann sich zu Ostern Eier ohne Sorgenfalten schmecken lassen.

Coronavirus: Herausforderungen am Eiermarkt

In diesem Jahr ist durch die Corona-Pandemie am hiesigen Eiermarkt kurz vor den Osterfeiertagen alles anders, berichtet die LWK Niedersachsen. Der Konsum hat sich fast vollständig in den privaten Bereich über den Lebensmitteleinzelhandel verschoben, da Großverbraucher wie die Gastronomie durch die Alltagseinschränkungen kaum noch Ware abnehmen. Dadurch kommt es bei den für Ostern benötigten Konsumeiern in manchen Bereichen bereits zu Engpässen.

Trotz der dünnen Angebotsdecke am Eiermarkt werden die Osterhasen noch ausreichend bunte Eier mitbringen können. Die Landwirtschaft und die Eierpackstellen werden jedenfalls alles daran setzen, um den Handel mit ausreichend Eiern zu beliefern. Verbraucher sollten sich in der jetzigen Situation daher keine Sorgen um die Versorgung mit Eiern machen.

Die Verbraucherpreise für Eier haben sich laut Statistischem Bundesamt nur leicht erhöht.

Lammbraten zu Ostern

Schafe mit Lämmern auf Wiese

Zu Ostern wird in vielen Haushalten traditionell zartes Lammfleisch gegessen. 

Kenner greifen wegen seines guten Geschmacks gerne zu frischem Lammfleisch aus der heimischen Produktion, direkt vom Erzeuger. Adressen von Hofläden sind über die Internetseite www.service-vom-hof.de beziehungsweise in der kostenfreien HofApp der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu finden. Die Direktvermarktung bietet eine praktische Möglichkeit, unkompliziert und doch regional einzukaufen – nicht nur vor Ort, sondern auch flexibel per Onlinebestellung und Lieferservice.

Aussehen und Farbe geben Hinweise auf die Qualität: Gute Qualität ist an einer hell- bis ziegelroten Fleischfarbe und fast weißem Fett zu erkennen. Die Rasse spielt für die Fleischqualität nur eine untergeordnete Rolle. Je jünger das Schlachttier, umso zarter, feinfaseriger und heller ist das Fleisch.

Lammfleisch liefert hochwertiges Eiweiß sowie eine Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders hervorzuheben sind die guten Gehalte an Zink und Eisen sowie den Vitaminen B6, B12 und Niacin.

Der Fettgehalt ist von Teilstück zu Teilstück verschieden. Das Filet zählt zu den fettarmen Stücken, es enthält nur 3,4 Gramm Fett pro 100 Gramm. Fleisch aus der Keule ist gehaltvoller, es liefert etwa 18 g Fett pro 100 g und schmeckt besonders gut, wenn es im eigenen Saft gebraten wird.

Lamm lässt sich auf vielerlei Arten zubereiten. Sein fein-würziger Geschmack sowie das feinfaserige und zarte Fleisch machen aus Lammfleisch auf jeden Fall einen Festtagsbraten.

Zahl der niedersächsischen Schafhalter nimmt ab

Die Nachfrage nach Lamm zieht jedes Jahr um diese Zeit kräftig an, berichtet die LWK Niedersachsen. Dabei kann der Bedarf in Deutschland nicht einmal zur Hälfte mit inländischem Lammfleisch gedeckt werden: Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 44 Prozent. Der Konsument muss zu tiefgefrorenen Importen greifen, weil immer mehr deutsche Schafhalter resigniert aufgeben.

Die wachsende Flächenkonkurrenz, einhergehend mit einem starken Rückgang wertvollen Dauergrünlandes und steigenden Futterkosten sowie bürokratische Hemmnisse machen Schafhaltern das (Über-)Leben immer schwerer.

Besorgt sind viele Schafhalter auch wegen der ungehinderten Ausbreitung der Wölfe und der zunehmenden Wolfsübergriffe. Alleine im vergangenen Monitoringjahr (Mai 2018 bis April 2019) gab es in Niedersachsen 133 bestätigte Übergriffe auf Schafe mit 386 gerissenen Tieren und weiteren verletzten und verschollenen Schafen.

All das hat Folgen: Gab es im Jahr 2008 in Niedersachsen noch gut 14.000 Schafhalter, so sind es derzeit nach Angaben der Tierseuchenkasse nur noch rund 11.500. Das ist ein starker Rückgang. An diesem Trend ändert auch die Tatsache nichts, dass viele Schafe in Kleinstbetrieben gehalten werden oder zur Hobbyhaltung zählen.

Das Halten von Schafen ist ein Beispiel für artgerechte und umweltschonende Tierhaltung. Die Lämmer werden überwiegend auf saftigem Grünland und auf Deichflächen aufgezogen. Das kommt vielen Verbrauchern entgegen, die eine extensive Tierhaltung in natürlichen Lebensräumen und die Verwendung von hofeigenem Futter wünschen. Außerdem garantiert die amtliche Kennzeichnung aller verkauften Lämmer einen lückenlosen Herkunftsnachweis der Tiere.

Verbraucher sollten deshalb gezielt nach frischem deutschem Lammfleisch fragen. Adressen von Direktvermarktern gibt es zum Beispiel im Portal Service vom Hof der Landwirtschaftskammer und bei den Schafzuchtverbänden (Telefon: 0441/801-611).

Mit Material von LWK Niedersachsen
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