Ein Paraffin-Klumpen am Strand.
Ellen Hartmann | am

Angespült am Nordseestrand: Ist es wirklich Paraffin?

Nachdem an den Stränden von Spiekeroog, Borkum und Langeoog vermutlich Paraffin angespült wurde, sind die weißen Kugeln jetzt auch am Festland gefunden worden. Die Wasserschutzpolizei ermittelt.

Die weißen Klumpen wurden nicht nur auf den drei Ostfriesischen Inseln entdeckt, sondern auch an den Stränden weiterer Inseln sowie dem Festland bei Butjadingen in der Wesermarsch. Nach den Funden haben Mitarbeiter der Inselgemeinden sowie des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die wachsartigen Substanzen weggeräumt.

Was ist das für eine Substanz?

An manchen Stellen seien die Klumpen etwa so groß wie Wassermelonen, heißt es von der Wasserschutzpolizei. Die Beamten wollen jetzt eine genaue Begutachtung der Strände anstrengen und mit einem Aufklärungsflugzeug die Gegend absuchen. Eine genaue Analyse der Klumpen stehe aber noch aus, so die Beamten. Derzeit gehe man jedoch davon aus, dass es sich bei der gefundenen Substanz um Paraffin handele. Die Polizei warnt Spaziergängerinnen und Spaziergänger allerdings davor, die Klumpen anzufassen oder daran zu riechen. Denn Rohparaffin könne Atemwege, Haut und Augen reizen.

Woher kommen die Klumpen?

Laut Polizeiaussagen sei momentan weiter unklar, woher die möglichen Paraffinklumpen stammen. Jedoch würden Farbe und Aussehen darauf schließen lassen, dass es sich bei allen Funden um das gleiche Material handele. Paraffin ist unter anderem ein Brennstoff und wird in flüssiger Form auch auf Tankschiffen transportiert.

Anlandungen auch 2020

Schon im vergangenen Jahr gab es mehrere Anlandungen von Paraffinklumpen an norddeutschen Stränden, woraufhin das Einleiten von Paraffin und paraffinähnlichen Stoffen ins Meer stärker geregelt wurde. Laut NDR gebe es jedoch kein Verbot dafür. Reeder seien seit Januar nur dazu verpflichtet worden, ihre Tanks in den Häfen zu reinigen und Waschreste an Land zu entsorgen. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz fordert die Landesregierung daher dazu auf, Verursacher haftbar zu machen und eine gezielte Überwachung vorzunehmen. 

Mit Material von NDR

Lies verurteilt Verschmutzungen

"Ich verurteile solche Verschmutzungen aufs Schärfste. Das Wattenmeer ist ein höchst sensibler Naturraum. Auch, wenn die Verursacherinnen und Verursacher meist schwer zu ausfindig zu machen sind, müssen wir alles tun, um diesen Schatz an unserer Küste zu schützen und zu bewahren. Solche Verschmutzungen stammen oft von Tankwaschungen auf hoher See. Diese müssen gänzlich verboten werden. Hier ist das Bundesverkehrsministerium gefordert, sich noch stärker für eine Anpassung der internationalen Regelungen für den Schiffsverkehr einzusetzen.

Gleichzeitig möchte ich den Gemeinden und insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der kommunalen Strandreinigung und des NLWKN meinen Dank aussprechen. Sie haben gemeinsam innerhalb kürzester Zeit die Verschmutzungen beseitigt. Das zeugt von einer hervorragenden Zusammenarbeit."

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